Getrocknete Pflaumen: Chiles Produktion soll bis 2030 um 20% steigen

11. November 2025 um 16:08 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

SANTIAGO. In den kommenden Jahren sollen die Pflaumenanbauflächen in Chile wachsen und aufgefrischt werden. Das steigert das Produktionspotential für den Trockenpflaumenmarkt.

Wachsende Anbauflächen

Der chilenische Trockenpflaumensektor hat enormes Entwicklungspotential. Aktuell deutet alles darauf hin, dass die jährliche Produktion kurz- und mittelfristig steigen wird. In entsprechenden Baumschulen werden gerade Pflaumenbäume herangezogen, mit denen bestehende Plantagen aufgefrischt werden sollen. Aber auch neue Projekte sind geplant. Experten rechnen daher damit, dass die chilenische Trockenpflaumenproduktion in den kommenden fünf um rund 20% wachsen wird. Bis zum Jahr 2023 sollen schätzungsweise 16.500 ha der für die Trockenpflaumenproduktion zum Einsatz kommenden Europäischen Pflaume bewirtschaftet werden. Aktuell beläuft sich die Anbaufläche unter dieser Sorte auf 13.500 ha, davon befinden sich 10.000 ha im Zentrum des Landes in der Region O'Higgins, das sind mehr als 70% der Gesamtfläche. Ein Europäischer Pflaumenbaum benötigt etwa drei bis vier Jahre, bis er die volle Reife erreicht und bleibt für etwa 20-25 Jahre ertragreich.

José Tomás Quezada, Geschäftsführer von Agrícola Siemel, blickt optimistisch, aber realistisch in die Zukunft der chilenischen Pflaumenindustrie. „Das Angebot an Pflaumen könnte in den kommenden Jahren um etwa 20% steigen. Das Geschäft bleibt attraktiv, erfordert jedoch eine langfristige Perspektive: Nachhaltigkeit, die Suche nach neuen Märkten, die Stärkung der Vertriebskanäle, die Entwicklung innovativer Präsentationsformen und die Standardisierung der Qualität sind Schlüsselfaktoren für die Aufrechterhaltung der Rentabilität“, so Quezada.

Im Jahr 2025 wurde in Chile eine Trockenpflaumenproduktion von 112.500 mt erzielt, hiervon entfielen 14.000 mt (Trockenfruchtäquivalent) auf Tafelpflaumen, die übrigen 98.500 mt auf den Trockenfruchtsektor. 

EU-Importe bleiben über Vorjahr

In den ersten zehn Monaten dieses Jahres (01.01.-09.11.2025) importierte die EU insgesamt 32.487 mt getrocknete Pflaumen im Wert von 107,698 Mio. EUR aus Drittstaaten, damit ist das Einfuhrvolumen im Jahresvergleich um 6% gestiegen. Der Importwert hingegen ging aufgrund des günstigeren Durchschnittspreises um 1,4% zurück. Der durchschnittliche Importpreis lag in diesem Zeitraum mit 3,32 EUR/kg deutlich unter dem des Vorjahres (3,46 EUR/kg).

Die Lieferungen aus Chile sind deutlich gestiegen und, so dass die EU-Einfuhr mit 18.529 mt rund 7,7% über dem Vorjahresvolumen lag. Auch die Einfuhren aus Serbien und Usbekistan legten zu. Im Gegensatz dazu fielen die Exporte aus den USA, Argentinien und Moldawien deutlich geringer aus.

Deutschland importierte im oben genannten Zeitraum rund 7.100 mt getrocknete Pflaumen, das sind 74% mehr als letztes Jahr um diese Zeit. Währen auch die Lieferungen nach Polen (+13,2% auf 3.940 mt) zulegten, verzeichneten Spanien (-8,6% auf 4.460 mt), Italien (-8,7% auf 3.990 mt) und die Niederlande (-31% auf 2.180 mt) rückläufige Einfuhren.

Chilenische Trockenpflaumen, Elliot wurden im europäischen Spotmarkt zuletzt zu Preisen von 2,89 EUR/kg FCA Polen angeboten. 

EU-Import Trockenpflaumen in mt

Partner

2024

2025

Diff.

Chile

17.203

18.529

7,7%

USA

3.913

3.454

-11,7%

Argentinien

3.103

2.751

-11,3%

Moldawien

2.844

2.595

-8,8%

Serbien

1.690

2.172

28,5%

Usbekistan

815

1.434

76,0%

Türkei

610

869

42,5%

Andere

476

683

43,5%

Gesamt

30.654

32.487

6,0%

Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance System, 01.01.-09.11.

08132000 Pflaumen, getrocknet

Für mehr Informationen gehen Sie zu:
Preischarts

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Nüsse
15.04.2026
MANILA. Die Auswirkungen des Iran-Krieges werden im Markt noch lange spürbar sein. Höhere Produktions- und Frachtkosten dürften die Preise für Kokosprodukte steigen lassen. In den europäischen Spotmärkten sind die Preise noch weitgehend stabil.
Trockenfrüchte
14.04.2026
MALATYA. Der Frost hat die Aprikosenbäume in der Türkei in diesem Jahr bislang verschont. Die Bestände an getrockneten Aprikosen sind zwar begrenzt, doch der Export läuft auf Hochtouren.
Trockenfrüchte
14.04.2026
AYDIN. Die Flaute im Exporthandel setzt die Rohwarenpreise unter Druck. Die Exportpreise bleiben davon bislang unberührt. Das Ausfuhrvolumen bleibt deutlich hinter dem Vorjahr zurück.
Trockenfrüchte
14.04.2026
MANISA. Den Weinfeldern Manisas blieb Frost am vergangenen Wochenende erspart. Das Gröbste scheint überstanden zu sein. Dennoch halten Marktteilnehmer das Wetter in den kommenden Wochen genau im Blick.