Trockenfrüchte

Getrocknete Pflaumen: Chile blickt optimistisch auf die kommende Ernte

13. Oktober 2022 um 15:38 , Der AUDITOR
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SANTIAGO/PARIS. In Chile entwickeln sich die Pflaumenbäume gut und Experten blicken positiv auf die Ernte 2023. Anders sieht es dagegen in Frankreich aus, hier warten Anbieter bis zum Schluss, um ihre Preise zu kalkulieren.

Positive Aussichten für 2023

Die chilenischen Pflaumenbäume stecken mitten in der Entwicklungsphase und Experten zeigen sich zuversichtlich im Hinblick auf Ernte im kommenden März. Pablo Campino, Mitglied des Technischen Ausschusses von Chileprunes und Leiter des Prune D'Agen Program bei Pacific Nut Company Chile, das in Voraussetzungen für die Ernte deutlich besser sind als in den vergangenen Jahren. Es habe in den entscheidenden Monaten ausreichend geregnet, zudem konnten sich üppige Schneereserven in den Bergregionen bilden. Die Temperaturen blieben lange kühl genug, damit die Bäume in die Vegetationsruhe übergehen und die Blüte pünktlich Anfang September beginnen konnte. Gleichzeitig blieben bislang sowohl extreme Temperaturschwankungen als auch Frost aus. Entscheidend ist jetzt, wie sich das Wetter in den kommenden Monaten entwickelt, wenn sich Fruchtansätze bilden und die Pflaumen ausreifen.

Der Großteil der 2022er Ernte ist inzwischen abverkauft und Marktteilnehmer rechnen mit stabilen bis steigenden Preisen. Schon jetzt haben einzelne europäische Trockenfruchthändler Schwierigkeiten, noch Trockenpflaumen aus Chile anzubieten. 

Frankreichs Ernte enttäuscht erneut

Deutschland hat die Einfuhr von getrockneten Pflaumen in der laufenden Saison deutlich reduziert. Zwischen September 2021 und August 2022 erzielten die Importe ein Ergebnis von 9.584 mt, rund 13% weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Lieferungen aus Chile legten zum Ende der Saison jedoch einmal deutlich zu und konnten ein Plus von 3% auf 3.692 mt erzielen, zudem erhöhte sich die Einfuhr aus Serbien (+133% auf 597 mt) und der Türkei (+24% auf 349 mt). Dies konnte allerdings nicht die rückläufigen Importe aus den USA (-29% auf 2.782 mt), den Niederlanden (-42% auf 586 mt) und Frankreich (-46% auf 517 mt) ausgleichen.

Auch in diesem Jahr steht es nicht gut um französische Trockenpflaumenproduktion. Wie die Experten von Catz mitteilen, halten sich viele Abpacker zurück und es wird berichtet, dass es insbesondere an kleinen Trockenfrüchten mangeln wird. Die Anbieter wollen erst das Ergebnis abwarten, bevor sie mit Preisen in den Markt treten. Zuletzt war die Produktion 2022/2023 auf 15.000 mt geschätzt worden, während diese vor zwei Jahren noch bei 38.790 mt lag. 

Import Trockenpflaumen* nach Deutschland in mt

Land

2020/21

2021/22

Diff.

Chile

3.569

3.692

3,4%

USA

3.890

2.782

-28,5%

Serbien

256

597

133,2%

Niederlande

1.010

586

-42,0%

Frankreich

959

517

-46,1%

Türkei

281

349

24,2%

Argentinien

119

104

-12,6%

Andere

936

957

2,2%

Gesamt

11.020

9.584

-13,0%

Quelle: Statistisches Bundesamt / Sep-Jul

*08132000 Pflaumen, getrocknet

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