Getreide: EU bekommt zunehmend Konkurrenz aus Russland

10. Juli 2019 um 12:48 , Der AUDITOR
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BRÜSSEL. Die Juni-Schätzungen der EU-Kommission zur Getreideproduktion 2019/20 sind ausgesprochen optimistisch. Demnach kann der Hitzerekord Ende Juni in weiten Teilen der EU erheblich Ertragsrückgänge verursacht haben. Zudem befürchtet die EU, dass Russland sich weitere Marktanteile im Exportmarkt sicher wird.

 

Optimistische Schätzungen

Die Europäische Kommission rechnet in ihrer aktuell vorliegenden Juni-Schätzungen mit einer Getreideproduktion für 2019/20 von 311 Mio. mt, eine Zunahme von 7,1% gegenüber der Vorsaison (2018/20: 290,3 Mio. mt). Allerdings wurden die Daten, auf denen diese Schätzung beruht noch vor der extremen Hitzewelle Ende des Monats erhoben. Die Hitzewelle sollte jedoch kaum Einfluss auf die Erträge von Wintergerste und Hartweizen. Auch bei Weichweizen ist der Einfluss eher limitiert. Anders sieht es dagegen bei Sommergerste und Sommerweizen aus. Hier ist aufgrund der extremen Hitze mit einem deutlichen Ertragsrückgang zu rechnen.

Die Schätzung der EU-Kommision ist zudem deutlich optimistischer als andere Schätzungen. So hatte Coceral im Mai die EU-weite Getreideproduktion auf 301 Mio. mt angesetzt. Stratégie Grain folgte im Juni mit 305 Mio. mt und ADM im gleichen Monat mit 304,7 Mio. mt. Der wesentliche Unterschied liegt bei Mais. Hier ist die EU-Kommission mit 69,9 Mio. mt weitaus optimistischer als die Analysten. Mit Importen aus Drittstaaten (21,3 Mio. mt) steht der EU in 2019/20 ein Getreidebestand von 380,8 Mio. mt zur Verfügung. Zudem haben sich, außer bei Weichweizen, die Anbauflächen vergrößert und die Erträge sollen besser ausfallen.

EU verliert Marktanteile an Russland

In 2019/20, wird die EU voraussichtlich 38,7 Mio mt Getreide in Drittländer exportieren. Algerien und Saudi-Arabien waren für die EU in der Saison 2018/19 die mit Abstand wichtigsten Abnehmer. Demnach gingen 24% des Weizenexporte an Algerien und 13% nach Saudi-Arabien. Insgesamt wurden 21 Mio. mt Weizen in Drittstatten verschifft, ein Rückgang um 28% gegenüber den letzten 5 Jahren. Die EU-Kommission befürchtet, dass Russland sich bei Weizen weitere Marktanteile in den traditionellen Absatzmärkten Algerien und Saudi-Arabien sichern wird. Bei Gerste bietet sich ein ähnliches Bild. Insgesamt exportierte die EU 2018/19 etwa 7,7 Mio. mt in Drittstatten, davon gingen 22% nach Saudi-Arabien, 8% nach China und 5% in den Iran. Im Vergleich zu den letzten fünf Jahren sind auch hier die Exporte rückläufig.

 

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