Geschäftsklima-Index in Deutschland erneut gestiegen
25. August 2020 um 15:24 ,
Der AUDITOR
Die Unternehmen beurteilten die aktuelle Lage im Vergleich zum Vormonat merklich besser. Ihre Erwartungen fielen zudem leicht optimistischer aus. „Die deutsche Wirtschaft ist auf Erholungskurs. Im Verarbeitenden Gewerbe hat sich das Geschäftsklima erheblich verbessert“, gab Ifo-Präsident Clemens Fuest in einer Pressemitteilung bekannt. Die Einschätzungen der Unternehmen zur aktuellen Lage hätten einen Sprung nach oben gemacht. „Trotzdem beurteilen noch viele Industriefirmen ihre wirtschaftliche Lage als schlecht“, so Fuest. Aber der Ausblick auf die kommenden Monate fiele erneut optimistischer aus. Danach füllten sich die Auftragsbücher wieder. Das ist zunächst einmal eine gute Nachricht für die deutsche Wirtschaft..
Dienstleistungssektor zeigt gute Entwicklung
Doch die Lage stellt sich nach Wirtschaftsbereichen sehr unterschiedlich dar. Das verarbeitende Gewerbe schnitt mit einer Verbesserung von -12,1 auf -5,4 und der Handel mit -5,1 auf -4,8 Index-Werten von August gegenüber Juli weniger gut ab als der Dienstleistungssektor mit einem Anstieg von +2,1 auf +7,8. Im Bauhauptgewerbe stieg der Index von -2,5 auf 0,0. Besonders im Dienstleistungssektor ist der Geschäftsklimaindex stark gestiegen. Die Dienstleister waren deutlich zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Auch der Ausblick auf die kommenden sechs Monate verbesserte sich weiter. Im Handel hat sich die Aufwärtsbewegung des Geschäftsklimas merklich abgeflacht. Die Händler waren zwar etwas zufriedener mit ihrer aktuellen Lage. Jedoch blieben die Erwartungen nahezu unverändert pessimistisch. Im Großhandel war das Geschäftsklima sogar rückläufig. Im Bauhauptgewerbe befindet sich das Geschäftsklima weiter im Aufwind. Die Baufirmen waren erneut mit ihrer aktuellen Lage zufriedener. Ihre Erwartungen sind jedoch weiterhin pessimistisch, wenn auch nicht mehr so stark wie im Vormonat. Das Ifo-Geschäftsklima gilt als der wichtigste konjunkturelle Frühindikator Deutschlands. Jeden Monat werden etwa 9000 Unternehmen nach ihrer wirtschaftlichen Einschätzung befragt.
So geht das ifo-Institut vor
Die Unternehmen werden gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate mitzuteilen. Sie können ihre Lage mit „gut“, „befriedigend“ oder „schlecht“ und ihre Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monaten als „günstiger“, „gleichbleibend“ oder „ungünstiger“ kennzeichnen. Der Saldowert der gegenwärtigen Geschäftslage ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten „gut“ und „schlecht“, der Saldowert der Erwartungen ist die Differenz der Prozentanteile der Antworten „günstiger“ und „ungünstiger“. Das Geschäftsklima ist ein transformierter Mittelwert aus den Salden der Geschäftslage und der Erwartungen. Zur Berechnung der Indexwerte werden die transformierten Salden jeweils auf den Durchschnitt des Jahres 2015 normiert.