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Erdnüsse: „Die Preise in Indien werden nicht sinken"

23. Dezember 2022 um 10:05 , Der AUDITOR
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SEEHEIM/NEU-DELHI. Welche neuen Herausforderungen brachte das Jahr 2022 mit sich? Wie gehen Abnehmer mit den teilweise deutlichen Preiserhöhungen um und welche Erwartungen stellen Marktteilnehmer an das kommende Jahr 2023? Dies und mehr haben wir einen unserer Geschäftspartner aus dem indischen Erdnussmarkt gefragt: Santhosh Kumar stand uns hierfür Rede und Antwort. Lesen Sie hier das komplette Interview.

Welches waren die größten Schwierigkeiten, die der Erdnussmarkt im Jahr 2022 zu bewältigen hatte? Hatten sie hauptsächlich mit der anhaltenden Bedrohung durch den Ukraine-Krieg und die daraus resultierende Energiekrise sowie die Inflation zu tun oder wären sie Ihrer Meinung nach auch in einem normaleren Jahr aufgetreten?

Der indische Erdnussmarkt befindet sich in einer schwierigen Lage, unter anderem wegen des Verlusts von Anbauflächen, unvorhergesehener Regenfälle, Ernteeinbußen und einer erhöhten Anfälligkeit der Erzeugerbetriebe. Der Marktpreis für Erdnussöl steigt aufgrund der Inflation. Die Lage in der Ukraine ist nicht das Hauptproblem, sondern kommt zu den allgemeinen Problemen hinzu. 

Welche Auswirkungen spüren Sie noch, die weitgehend auf die Corona-Pandemie zurückzuführen sind?

In den vorangegangenen Quartalen erholte sich die Branche und verzeichnete eine deutliche Verbesserung. Das Coronavirus ist längst verschwunden, und der lokale Druck ist jetzt das wichtigste Kriterium für die Erdnussindustrie. 

Auf den meisten Märkten sind die Preise für Futter- und Lebensmittelrohstoffe im Laufe des vergangenen Jahres erheblich gestiegen. Erdnüsse sind da keine Ausnahme. Glauben Sie, dass sich die Käufer langfristig auf diese höheren Preise einstellen müssen, oder erwarten Sie, dass die Preise wieder sinken werden?

Die Preise in Indien werden nicht sinken, da die indische Regierung Erdnüsse im Rahmen des MSP-Programms aufkauft, das einen Richtpreis für den Markt festgelegt hat. Trotz der geringeren weltweiten Nachfrage steigt der Preis jedes Jahr. Lokale Akteure bestimmen derzeit die Angebots- und Preisketten des Marktes. 

Hat sich die Nachfragesituation im Vergleich zu 2021 und 2020 verändert? Meinen Sie, dass einige Käufer und Verarbeiter ihren Bedarf neu anpassen mussten?

Genau genommen ist die Nachfrage um 3 bis 5% gegenüber der Zeit vor der Corona-Pandemie gestiegen. Der Markt wird von neuen Ölverarbeitern und Snackherstellern überschwemmt, was Druck auf die bestehenden Akteure ausübt. 

Darüber hinaus sind der Klimawandel und die Ernteprobleme real und stellen eine Bedrohung für alle Arten von Lebens- und Futtermitteln auf der ganzen Welt dar und werden dies höchstwahrscheinlich auch weiterhin tun. Wie würde sich dies in Zukunft auf den Erdnussmarkt auswirken und was könnten die Unternehmen dieser Branche tun, um diese Situation zu verbessern?

Da die meisten indischen Feldfrüchte durch Regen bewässert werden, wird das Ergebnis durch die unregelmäßigen Niederschläge stark beeinträchtigt. Ungewöhnliche Regenfälle in mehreren Teilen Karnatakas haben zu erheblichen Verlusten geführt. In den vergangenen fünf Jahren verringerte sich die Anbaufläche um nicht mehr als 8-10%. Infolge der Dürre kam es in einigen Gebieten zu einer erheblichen Umstellung. Um den durch die Trockenheit und die vielen Regenfälle verursachten Stress zu mildern, werden von den Forschungseinrichtungen neue Sorten entwickelt. 

In Anbetracht der derzeit parallel verlaufenden Krisen (Pandemie, Energie, Kriege, Klimawandel, etc.), worauf muss sich der Erdnussmarkt Ihrer Meinung nach für das kommende Jahr einstellen? Ist für die Saison 2023/2024 mit größeren Konsequenzen zu rechnen, was Angebot und Nachfrage angeht?

Die Angebots- und Nachfragesituation wird im nächsten Jahr schwierig sein. Da die indische Landwirtschaft noch immer ein unorganisierter Wirtschaftszweig ist, ist eine Prognose für die Saison 2023/2024 äußerst schwierig.

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