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Erdnüsse: Lieferschwierigkeiten halten an

1. November 2021 um 11:19 , Der AUDITOR
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ATLANTA/NEU-DELHI. Die US-Lieferanten sehen sich mit Problemen konfrontiert, die die Experten von Peanutgrower als „beispiellose Krise im Seeverkehr“ bezeichnen – trotz hoher Exportnachfrage kann die Ware nicht immer den Verträgen entsprechend geliefert werden. In Indien ist das Kaufinteresse aus dem Ausland in diesem Jahr gesunken.

Geringe Anbaufläche, aber höhere Erträge

Die US-amerikanischen Erdnussproduzenten hatten in dieser Saison immer wieder mit widrigen Witterungsbedingungen zu kämpfen, die sich letztlich auch auf die Produktionsmenge ausgewirkt haben. Das war für die Farmer zumindest insofern positiv, dass der Wettbewerb unter den Schälbetrieben hoch war und sie deshalb bessere Preise an die Landwirte zahlten, wie die Experten von Peanutgrower.com berichten. Die offiziellen USDA-Ernteschätzungen für die Saison 2021/22 belaufen sich aktuell auf rund 2,879 Mio. mt (3,174 Mio. Short Tons), was einer Steigerung von 3,5% im Vergleich zur Vorsaison entsprechen würde. Die Anbaufläche in den USA ist indes um gut 5% zurückgegangen und beläuft sich auf 1,533 Mio. Acres. Das bedeutet, dass trotz der schwierigen Wetterbedingungen gegen Ende der Entwicklungsphase ein Ertragswachstum von 9,1% verzeichnet wurde und pro Acre etwa 1,88 mt (4.141 lbs) Erdnüsse geerntet werden konnten. Auch die Qualität der Erdnüsse ist den Farmern und Produzenten zufolge mit gut zu bewerten.

Mangel an Schiffen und Containern

Auf dem US-Inlandsmarkt wurde für die vergangenen Monate ein Konsumrückgang von 5,3% verzeichnet, für Erdnussbutter sogar von 9,6%. Damit hatten Analysten Peanutgrower zufolge allerdings gerechnet, da viele Arbeitnehmer mittlerweile vom Homeoffice zurück in die Büroarbeit gewechselt haben. Die US-Exporte sind in diesem Jahr um etwa 12% gesunken, was vor allem an den massiven logistischen Hürden liegt. Das zeigt allein die Tatsache, dass die Ausfuhren roher, geschälter Erdnüsse nach Kanada und Mexiko im Juli um 20% über denen des Vorjahres lagen. Hier werden für die Lieferungen keine Schiffe benötigt, sodass die Krise im Seeverkehr sich nicht auf die Lieferungen auswirkt. Die Exporte zu anderen Kontinenten gestalten sich schwieriger, denn auch, wenn die Nachfrage durchaus vorhanden ist, stehen schlichtweg zu wenig Container und Frachtschiffe zur Verfügung, um die Ware zu den Käufern zu bringen. Das erklärt auch den Aufwärtstrend der Preise für US-Ware auf dem europäischen Spotmarkt.

Erdnusspreise

Sorte, Ursprung

Preis

Blanchiert, 38/42, Argentinien/Brasilien, FCA Spanien

1,55 EUR/kg

Runner, blanchiert, Splits Grade 1, Argentinien, FCA Spanien

1,52 EUR/kg

Bold, 40/50, nicht-EU-Qualität, FOB Indien

1,18 USD/kg

Bold, 50/60, nicht-EU-Qualität, FOB Indien

1,16 USD/kg

Quelle: Handel

Preisrückgänge in Indien

In Indien erwarten die Marktteilnehmer im wichtigsten Anbaustaat Gujarat indes eine Ernte von 3,5-3,7 Mio. mt. Händler gehen davon aus, dass die Preise hier vorerst ihren Abwärtstrend weiterverfolgen werden, auch, weil eine schwache Nachfrage aus China keine Unterstützung bietet. Chinesische Käufer bevorzugen aktuell Ware aus dem Sudan, allerdings hat das afrikanische Land ebenfalls mit Lieferproblemen zu kämpfen, sodass sich das Kaufinteresse möglicherweise wieder stärker nach Indien verlagern könnte. Die indischen Marktteilnehmer rechnen in diesem Jahr allerdings mit einem Exportrückgang; letztes Jahr lieferte das Land rund 300.000 mt Erdnüsse und 247.000 mt Erdnussöl ins Ausland.

Weitere Informationen:
Preischart Erdnüsse, mit Haut, 40/50, Bold, Indien
Preischart Erdnüsse, mit Haut, 50/60, Java, Indien
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