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Erdnüsse: Argentinien kämpft gegen logistische Hürden

27. September 2021 um 11:33 , Der AUDITOR
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BUENOS AIRES/ATLANTA. Auf dem Erdnussmarkt herrscht aktuell ein reges Auf und Ab, wie Herman Driesens, Manager an der Rohwarenbörse in Rotterdam, in seinem neuesten Bericht auf cornhouse.nl berichtet. Zwar wird sowohl in Argentinien und Brasilien als auch aus den USA mit qualitativ hochwertigen Ernten gerechnet, allerdings sind nicht alle Aussichten so rosig.

Südamerika

Argentinien berichtet derzeit über eine sehr hohe Nachfrage, vor allem aus der EU. Laut Driesens müssten monatlich etwa 50.000 mt verschifft werden, um diese zu decken. Das Problem ist die Transportsituation; vielen Sendungen müssen teilweise storniert oder umgelagert werden, weil zu wenig Container oder kein Platz auf den Schiffen vorhanden sind. Dazu kommen die massiven Frachtkosten, die um bis zu 250% gestiegen sind. Rückgänge sind hier vorerst nicht zu erwarten, im Gegenteil sind die Seefrachtraten bei vielen Reedereien für Oktober-Verschiffungen noch einmal gestiegen. Neue Angebote aus Argentinien und teilweise auch aus Brasilien enthalten mittlerweile eine Frachtklausel, die besagt, dass sich der Vertragspreis potenziell zu den Frachtkosten erhöht oder, wenn auch unwahrscheinlich, reduziert.

Ein weiteres Problem ist der Rückgang der Neuanpflanzungen in Argentinien. Driesens und cornhouse.nl zufolge wird erwartet, dass diese um 5-20% zurückgehen könnten. Gründe dafür sind die hohen Pachtpreise, die in der letzten Saison noch bei 900-950 USD/ha lagen und mittlerweile auf 1.350 USD/ha geklettert sind, geringere Gewinnspannen und die Tatsache, dass durch alternative Kulturen wie Sojabohnen oder Mais bessere Preise erzielt werden können. In Brasilien wird hingegen mit einer gleichbleibenden oder sogar leicht gestiegenen Anbaufläche gerechnet.

USA

Die Marktteilnehmer in den USA zeigen sich mit den bisherigen Aussichten sehr zufrieden. In den vergangenen Wochen war das Wetter sehr zuträglich, sodass mit guten Erträgen und einer hohen Qualität gerechnet wird. Die Nachfrage ist ebenfalls anhaltend gut, was bei einigen Sorten zu Engpässen führen wird, die die Preise auf einem hohen Niveau halten. Vor allem die beliebten Runner-Erdnüsse sollten in dieser Saison gut mit der Ware aus Südamerika konkurrieren können.

China und Indien

In China hatte sich die Ernte anfangs gut entwickelt, allerdings haben widrige Wetterbedingungen dafür gesorgt, dass die Erträge vermutlich niedriger ausfallen als gedacht und auch die Qualität leiden könnte. Das berichtet ebenfalls cornhouse.nl und bezieht sich dabei auf einen Kollegen Driesens von der Rotterdamer Rohwarenbörse. Eine große Schwierigkeit dabei ist, dass die Erdnüsse in China zum Großteil noch sonnengetrocknet werden und die Sonne sich unterdurchschnittlich oft hat blicken lässt. Auch der Ernteprozess, der in Teilen Chinas im Oktober beginnt, könnte sich durch den Regen verzögern. Das optimale Erntezeitfenster ist allerdings eng, denn während der Erntezeit kommt es häufig zu Frostschäden, die sich auf Qualität und Ertrag auswirken.

In Indien trifft die neue Ernte bereits auf den Märkten ein, auch hier kommt es teilweise allerdings zu Verspätungen. Mit dem Eintreffen der neuen Ernte kam es hier zu Preisrückgängen und die Marktteilnehmer rechnen damit, dass die Preise weiter sinken werden, wenn die stetigen Regenfälle nachlassen. Händler berichten, dass vor allem die Nachfrage nach Erdnüssen zur Aussaat aktuell sehr gering ist.

Erdnusspreise

Sorte, Ursprung

EUR/kg

Runner, blanchiert, 38/42, Argentinien/Brasilien, FCA Spanien

1,45

Bold, 40/50, nicht-EU-Qualität, FOB Indien

1,32

Java, 50/60, nicht-EU-Qualität, FOB Indien

1,43

Quelle: Handel

Weitere Informationen:
- Preischart Erdnüsse, mit Haut, 40/50, Bold, Indien
- Preischart Erdnüsse, mit Haut, 50/60, Java, Indien
- weitere Preischarts

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