Nüsse

Erdnüsse: Anbaurückgang höher als erwartet

4. Juli 2022 um 15:06 , Der AUDITOR
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ATLANTA/NEU-DELHI. Die Anbaufläche in den USA fällt in diesem Jahr wohl deutlich kleiner aus als vom USDA zunächst erwartet. The Peanut Grower berichtet zudem von schleppenden Geschäften und sinkenden Exporten.

Schälbetriebe zögern Käufe hinaus

Die geopolitischen Unsicherheiten machen auch vor dem Erdnussmarkt nicht halt. Wie die Experten von The Peanut Grower berichten, sorgen die unsichere Wirtschaftliche Lage und die Fragen bezüglich der Ernte 2022 in den USA dafür, dass die Schälbetriebe ihre Käufe hinauszögern. Der Markt zeigt sich sehr ruhig und es finden nur kleinere Geschäfte statt. Auch für die neue Ernte gibt es keine guten Aussichten; Branchenexperten schätzen, dass die Aussaatfläche um bis zu 10% geringer ausfallen wird als letztes Jahr, da viele Landwirte zu profitableren Agrarprodukten wie Baumwolle oder Mais gewechselt haben. Die Anbauschätzungen des USDA müssen vermutlich revidiert werden, wie The Peanut Grower berichtet – der Rückgang war hier zunächst nur auf 1-2,5% geschätzt worden. Sowohl Käufer als auch Verkäufer befinden sich deshalb derzeit im Wartemodus und beobachten die Wetterentwicklung und den Fortschritt der neuen Ernte genau, ehe sie zur Tat schreiten.

Sommer und Salmonellen als Kaufbremsen

Für den US-Inlandsmarkt meldet das USDA im Monatsvergleich einen Rückgang des Erdnusskonsums, sowohl für die Nüsse als Primärprodukt als auch in verarbeiteter Form in Süßwaren und Erdnussbutter. So ging der Konsum von Erdnussbutter im April 2022 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,3% zurück, bei Süßwaren betrug der Rückgang 0,4%, bei Snacks sogar 5,2%. Laut The Peanut Grower haben ein landesweiter Rückruf wegen Salmonellen sowie die Sommerreisezeit zu diesem Umstand beigetragen.

Auf dem Exportmarkt sieht es nur wenig besser aus. Hier gibt das USDA für den Zeitraum Januar-März 2022 einen Rückgang von 18,61% auf 322.679 mt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum an. Der größte Abnehmer bleibt dabei Mexiko (+5,83% auf 32.824 mt), gefolgt von Kanada (+2,62% auf 30.890 mt). Weitere wichtiger Abnehmer waren die Niederlande, Japan und Großbritannien. China hat seine Käufe von US-Erdnüssen um fast 60% auf nur noch 23.397 mt reduziert; zwar benötigt das Land große Mengen für die Herstellung von Erdnussöl, die hohen US-Preise sorgen aber dafür, dass chinesische Käufer sich vermehrt in Indien eindecken.

Monsun wird sich auf Preise auswirken

Auch für die indischen Erdnüsse sieht es derzeit nicht rosig aus und die Preise sind seit letzter Woche zurückgegangen. Vor allem die Produktion in Gujarat und Uttar Pradesh ist deutlich geringer als erhofft. Ein starker Pilzbefall hatte hier zu Ernteausfällen geführt. Die Regierungen der Bundesstaaten verfügen allerdings über einige Vorräte, sodass die Marktteilnehmer damit rechnen, dass zunächst ausreichend Ware verfügbar ist. Der Monsun ist zurzeit noch schwächer als erwartet, sobald er mit voller Intensität eintrifft, dürfte es zu Preiskorrekturen kommen. Indische Erdnüsse, Bold, 40-50 in nicht-EU-Qualität werden derzeit mit 1.295 USD/mt FOB Indien gehandelt.

Erdnüsse, mit Haut

Sorte

USD/mt

Bold, 40-50

1.295

Bold, 50-60

1.260

Bold, 60-70

1.245

Java, 50-60

1.380

Java, 60-70

1.310

Java, 70-80

1.300

FOB Indien, nicht-EU-Qualität

Weitere Informationen:
Preischart Erdnüsse, mit Haut, 40/50, Bold, Indien
Preischart Erdnüsse, mit Haut, 50/60, Java, Indien
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