Cranberries: Wettereskapaden erschweren Ernteschätzungen
9. Dezember 2025 um 11:11 ,
Der AUDITOR
Widrige Witterungsbedingungen
Wie die Experten von Chelmer Foods berichten, ist die Cranberry-Ernte 2025 im kanadischen Québec nahezu auf dem Niveau des Vorjahres ausgefallen – ein Ergebnis, das viele Marktbeobachter angesichts der ungewöhnlichen Witterungsbedingungen überrascht hat. Zum Jahresbeginn sorgten überdurchschnittliche Niederschläge für einen schwierigen Start in die Vegetationsperiode, gefolgt von einer längeren Trockenphase im Hochsommer. Diese Extreme beeinträchtigten zwar die Pflanzenentwicklung und führten zu leicht sinkenden Erträgen, doch konnten diese Einbußen durch eine gezielte Ausweitung der Anbauflächen weitgehend kompensiert werden. Erzeuger mit Investitionen in neue Pflanzungen und optimierte Bewirtschaftungsstrategien stellten sicher, dass Québec seine Rolle als zuverlässiger Anbieter auf dem globalen Cranberry-Markt behauptet.
Moderate Fortschritte im Bio-Segment
Die biologische Cranberry-Produktion in Québec zeigt erstmals nach mehreren Jahren der Stagnation einen leichten Aufwärtstrend. Trotz Fortschritten bei Themen wie Schädlingsbekämpfung, Bodengesundheit und dem Einsatz organischer Betriebsmittel steht das Segment jedoch weiterhin vor Herausforderungen. Besonders die Schwankungen in den Erträgen sowie die hohen Produktionskosten erschweren den Ausbau. Innovationen – etwa in der integrierten Schädlingsbekämpfung, im Wassermanagement oder in der Züchtung speziell für Bio-Betriebe geeigneter Sorten – bleiben entscheidend, um das Potenzial dieser Nische langfristig zu heben, so die Marktexperten.
Welternte dürfte leicht steigen
In den USA, dem weltweit größten Produzenten und Verbraucher von Cranberries, zeigen sich die Ernteschätzungen für die Saison 2025/26 sehr unterschiedlich. Während Chelmer Foods aufgrund von Faktoren wie anhaltender Trockenheit und frühen Frostereignissen in den zentralen Anbaugebieten mit einem deutlichen Rückgang rechnet, zeigen die Vorhersagen des International Nut and Dried Fruit Council (INC) sogar eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Allerdings weist die Vereinigung auch darauf hin, dass die ungünstigen Wetterverhältnisse in Wisconsin zu kleineren Beeren geführt haben, wodurch die US-Ernte doch noch ein wenig kleiner ausfallen könnte. Die INC-Schätzungen für Kanada bewegen sich bei 49.700 mt, während Chile seine Produktion voraussichtlich um 8,7% auf 11.600 mt steigern kann. Insgesamt geht der INC von einer globalen Ernte von 205.200 mt in der Saison 2025/26 aus.
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Produktion Cranberries, in mt |
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Land |
2024/25 |
2025/26 |
Diff. |
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USA |
142.321 |
143.900 |
1,1% |
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Kanada |
49.560 |
49.700 |
0,3% |
|
Chile |
10.670 |
11.600 |
8,7% |
|
Gesamt |
202.551 |
205.200 |
1,3% |
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Quelle: INC, November 2025 |
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EU importiert deutlich mehr
Die EU-Cranberryimporte haben in den ersten elf Monaten des Jahres 2025 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp 11% zugenommen. Wichtigster Lieferant waren auch hier mit großem Abstand die USA, die 18.332 mt Cranberries in EU-Länder verschifft haben, 7,4% mehr als im Vorjahreszeitraum. Kanada konnte seine Lieferungen in die EU um stolze 20,5% auf 15.829 mt steigern, während Chile 6,7% weniger als im Vorjahreszeitraum lieferte.
Insgesamt importierte die EU im genannten Zeitraum 37.507 mt Cranberries im Wert von mehr als 133 Mio. EUR. Die wichtigsten Abnehmer waren dabei die Niederlande, Deutschland und Polen. Der durchschnittliche Importpreis lag mit 3,56 EUR/kg um 1,9% unter dem des Vorjahres.
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EU-Import Cranberries, in mt |
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Partner |
2024 |
2025 |
Diff. |
|
USA |
17.064 |
18.332 |
7,4% |
|
Kanada |
13.135 |
15.829 |
20,5% |
|
Chile |
3.405 |
3.178 |
-6,7% |
|
Andere |
291 |
168 |
-42,3% |
|
Gesamt |
33.895 |
37.507 |
10,7% |
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Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance System, 01.01.-30.11. 20089391+20089393+20089399 Preiselbeeren und Moosbeeren, verarbeitet |
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