Cranberries: Leichte Verzögerung bei der Bestäubungsphase

22. Juli 2026 um 16:07 , Der AUDITOR
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QUEBEC/BRÜSSEL. In Kanada sind die Cranberryfelder in die Blüteperiode eingetreten. Erzeuger haben ein genaues Auge auf die Entwicklung der Sträucher. Die EU-Importe sind im Jahresvergleich um 8% gesunken.

Ernte entwickelt sich gut

In der kanadischen Provinz Québec entwickelt sich die Cranberrysträucher erwartungsgemäß für diese Jahreszeit. Vergangene Woche startete die Blüteperiode, beginnend mit den frühen Sorten. Laut dem aktuellen Bericht von Chelmer Foods kommt es bei der Bestäubung aktuell hingegen zu Verzögerungen von schätzungsweise drei bis vier Tagen. Die Region erlebte kürzlich eine Hitzewelle und die Niederschlagsrate ist durchwachsen, weshalb die Erzeuger ein genaues Auge auf die Pflanzen haben müssen, um mit entsprechenden Bewässerungs- und Pflanzenschutzmaßnahmen gegebenenfalls zu intervenieren. Das Wetter der kommenden vier bis sechs Wochen hat einen wichtigen Einfluss auf die Ertragsbildung. Zum jetzigen Zeitpunkt wird mit einer durchschnittlichen Produktion gerechnet.

Chelmer Foods zufolge waren in den Anbauregionen dieses Jahr versstärkt der Wickler-Aktivitäten (Tortricidae) zu beobachten, jedoch konnten die Situation gehandhabt werden. Insgesamt sei die Bedrohung durch Schädlinge derzeit gering bis moderat. Die Anbauregionen werden regelmäßig auf potenziellen Befall durch die gängigen Bedrohungen untersucht.  

Laut den Daten des International Nut and Dried Fruit Council wurden in der Saison 2025/2026 weltweit 210.200 mt getrocknete Cranberries produziert und damit knapp 4% mehr als im Vorjahr. In Kanada lag das Ergebnis mit 49.700 mt auf einem ähnlichen Niveau wie 2024/2025 und auch die US-Produktion war mit 143.900 mt (+1% ggü. Vj.) relativ stabil. Im europäischen Spotmarkt notierten US-Cranberries, geschnitten Mitte Juni bei 4,09 EUR/kg FCA Polen, ganze Cranberries aus Kanada wurden Anfang Juli derweil für 4,40 EUR/kg FCA gehandelt. 

EU-Importe um 8% gesunken

Die EU-Importe von getrockneten Cranberries sind in diesem Jahr weiterhin rückläufig. Seit Januar 2026 wurden 23.199 mt (-8% ggü. Vj.) im Wert von 86,383 Mio. EUR eingeführt (-5% ggü. Vj.). Kanada hat die USA im Jahresvergleich als wichtigsten Handelspartner abgelöst, EU-Länder haben seit Jahresbeginn 11.386 mt getrocknete Cranberries aus Kanada importiert, das sind rund 7% mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig gingen die Lieferungen aus den USA um 20% auf 10.109 mt zurück und auch den Importen aus Chile (-7% auf 1.668 mt) war ein Defizit zu verzeichnen.

Der größte Abnehmer innerhalb der EU sind mit großem Abstand die Niederlande mit 15.790 mt. Es folgen Polen (+0,2% auf 1.800 mt), Deutschland (-28% auf 1.610 mt) und Italien (+18% auf 1.020 mt). 

EU-Import Cranberries in mt

Partner

2025

2026

Diff.

Kanada

10.684

11.386

6,6%

USA

12.564

10.109

-19,5%

Chile

1.799

1.668

-7,3%

Andere

85

36

-57,6%

Gesamt

25.132

23.199

-7,7%

Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance System, 01.01.-19.07.

20089391+20089393+20089399 Preiselbeeren und Moosbeeren, verarbeitet

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