Cranberries: China passt Importzölle an

28. Januar 2026 um 11:25 , Der AUDITOR
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PEKING/BRÜSSEL. In den vergangenen neun Jahren galten in China vergünstigte Zollsätze auf Cranberryimporte; das hat sich am 1. Januar 2026 wieder geändert, was merkliche Auswirkungen auf die Marktdynamik haben dürfte. Die EU importierte 2025 deutlich mehr Cranberries als im Vorjahr.

Anpassung der chinesischen Zollpolitik

Ende Dezember 2025 kündigten das chinesische Finanzministerium und die Staatliche Zolltarifkommission Änderungen an der Zollpolitik an, wie die Experten der chinesischen Agrarnachrichtenseite Produce Report berichten. Am 1. Januar 2026 beendete China die seit 2017 geltenden temporären Vorzugszölle für Cranberries und kehrte zu den regulären Zollsätzen zurück. Die Importzölle für frische Cranberries stiegen damit von 15% auf 30%, für getrocknete Cranberries auf 25%. Es handelt sich nicht um neue Abgaben, sondern um die Wiederherstellung der bereits früher geltenden Zollsätze. Die temporären Zollsenkungen hatten über neun Jahre hinweg zu einem kontinuierlichen Wachstum der Cranberry-Importe beigetragen.

Globale Marktstruktur und Nachfrageentwicklung

Die weltweite Cranberry-Produktion konzentriert sich auf wenige Länder. Die USA, Kanada und Chile sind die größten Produzenten, wobei die USA eine dominierende Rolle einnehmen. Allein der Bundesstaat Wisconsin steht für über 60% der US-Produktion. 2024 beliefen sich die US-Exporte von Cranberries und Cranberry-Produkten auf 351 Mio. USD und machten rund 45% der weltweiten Exporte aus. Der globale Cranberry-Markt hatte 2023 ein Volumen von 2,18 Mrd. USD und soll bis 2033 mit einer jährlichen Wachstumsrate von 4,61% auf 3,42 Mrd. USD anwachsen; das berichtet das Marktforschungsunternehmen Spherical Insights. Wachstumstreiber ist vor allem die Region Asien-Pazifik, wobei China zu den am schnellsten wachsenden Absatzmärkten zählt.

Auswirkungen auf Handel und Produktion

Die höheren Zölle dürften insbesondere ausländische Exporteure belasten. Für US- und chilenische Anbieter könnten eine sinkende Wettbewerbsfähigkeit und Marktanteilsverluste folgen. Unternehmen reagieren laut Analysten mit der Stärkung von E-Commerce-Kanälen, der Optimierung von Lieferketten oder einer stärkeren Ausrichtung auf alternative Märkte wie Indien, wo die Zölle auf Cranberries gesenkt werden sollen. In China selbst könnten steigende Importkosten kurzfristig zu höheren Preisen für Hersteller von Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln führen. Gleichzeitig beschleunigt die Maßnahme den Aufbau der heimischen Cranberry-Produktion, insbesondere in Heilongjiang, wo bereits Asiens größte Anbaufläche etabliert wurde, so Produce Report.

EU-Importe steigen um knapp 14%

Die USA, Kanada und Chile sind auch die mit Abstand wichtigsten Cranberry-Lieferanten für Abnehmer in der EU. Im Jahr 2025 sind die Importe hier gegenüber dem Vorjahr um knapp 14% auf 41.161 mt gestiegen; etwa die Hälfte davon kam aus den USA, doch Kanada holt auf und konnte seine Ausfuhren in die EU um mehr als 22% steigern. Trotz des geringeren durchschnittlichen Importpreises von 3,56 EUR/kg (2024: 3,64 EUR/kg) stieg der Importwert im Jahr 2025 dank der größeren Importmenge um 11,3% auf gut 146,65 Mio. EUR.

EU-Import Cranberries in mt

Partner

2024

2025

Diff.

USA

18.088

20.313

12,3%

Kanada

14.040

17.160

22,2%

Chile

3.776

3.495

-7,4%

Andere

312

193

-38,1%

Gesamt

36.216

41.161

13,7%

Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance System, 01.01.-31.12.

20089391+20089393+20089399 Preiselbeeren und Moosbeeren, verarbeitet

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