Corona-Gipfel: Handelsverband wirft Politik Wortbruch vor
12. Februar 2021 um 12:58 ,
Der AUDITOR
In den gestrigen Beschlüssen zum Corona-Gipfel sieht der Handelsverband Deutschland (HDE) einen klaren Wortbruch der Politik. Das Versprechen eines Konzeptes, für eine sichere sowie faire Öffnungsstrategie und damit für einen transparenten Plan zum Wiederhochfahren der Wirtschaft, wurde leichtfertig gebrochen. Viele Einzelhändler bringt dies in eine ausweglose Situation, geben in aktueller HDE-Umfrage mehr als 50 % der vom Lockdown betroffenen Einzelhändler an, ohne weitere staatliche Unterstützung das laufende Jahr nicht überstehen zu können. Deshalb fordert der HDE Anpassungen bei den Überbrückungshilfen, die Corona-Beschlüsse würden so der Realität im Einzelhandel nicht gerecht.
HDE kritisiert Politik
„Die Politik hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht und bleibt in dieser für uns alle dramatischen Situation den vor Wochen versprochenen Plan zum Ausstieg aus dem Lockdown schuldig“, klagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Dieser Umgang mit den rund 200.000 vom Lockdown betroffenen Handelsunternehmen sei unverständlich. Die Branche habe mit funktionierenden Hygienekonzepten nachweislich dafür gesorgt, dass der Einkauf auch in Pandemiezeiten sicher ist.
Festlegung der Inzidenzzahl von 35 fragwürdig
Zudem sieht der HDE mit der neuen Festlegung der Inzidenzzahl von 35 für eine Wiedereröffnung der Geschäfte keine nachvollziehbare Basis. Der Handel fordert auch bereits bei höheren Zahlen abgestufte Verfahren, bei denen Öffnungen mit strengeren Hygienevorgaben oder auch der Einkauf mit vorheriger Terminvereinbarung möglich sein sollen. „Viele Händler wissen nicht mehr, wie es weitergehen soll. Keinerlei Planungssicherheit, kein Licht am Ende des Tunnels und nach wie vor unzureichende staatliche Unterstützung. Die Händler wären im Lockdown gefangen und die Politik nimmt dies in Kauf, hieß es weiter.
Rund 700 Mio. Euro Umsatzverlust pro Tag
Pro geschlossenem Verkaufstag verlieren die Einzelhändler Umsätze in Höhe von rund 700 Mio. Euro. Nach aktueller HDE-Umfrage unter 1.000 Unternehmen sieht sich mehr als jeder zweite vom Lockdown betroffene Händler ohne weitere staatliche Hilfen in Existenzgefahr. Der HDE fordert deshalb konsequente Anpassungen der Überbrückungshilfen. Für Händler muss die Möglichkeit zur Auszahlung eines Unternehmerlohns geschaffen werden. Zudem müssten die Abschreibungsmöglichkeiten für unverkäufliche Ware vereinfacht und auf die komplette Saisonware bezogen werden.