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Cashews: Vinacas fordert Maßnahmen

3. Mai 2023 um 11:04 , Der AUDITOR
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HANOI. Die Vietnam Cashew Association (Vinacas) fordert eine Reaktion auf die zunehmende Bedrohung der vietnamesischen Verarbeitungsindustrie. Sowohl mögliche Handelsabkommen als auch eine Importsteuer stehen dabei im Raum.

Die Konkurrenz nimmt zu

Bei einem Treffen zwischen führenden Vertretern des vietnamesischen Handels- und Industrieverbandes und Wirtschaftsverbänden in Ho-Chi-Minh-Stadt berichtete der Vizepräsident der Vietnam Cashew Association (Vinacas), Bach Khanh Nhut, von einem „Hilferuf“ der Cashewbranche. Die vietnamesische Cashewindustrie ist mit einem jährlichen Exportwert von 3,5-3,8 Mrd. USD seit vielen Jahren Weltmarktführer bei der Produktion und den Exporten, die Situation spitzt sich allerdings zunehmend zu. Äußere Einflüsse wie die Corona-Pandemie und Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine haben in den vergangenen Jahren zu erheblichen Hürden geführt, und es tun sich weitere Probleme für die vietnamesischen Produzenten auf. Afrikanische Anbauländer setzen verstärkt darauf, die Verarbeitung der rohen Nüsse voranzutreiben, was die Verarbeitungsindustrie in Vietnam bedroht. Dazu kommt, dass einige afrikanische Länder eine Ausfuhrsteuer auf rohe Cashewnüsse erhoben haben, während die Ausfuhr von Cashewkernen steuerfrei ist.

Vinacas hat als Reaktion darauf den Vorschlag unterbreitet, bilaterale Handelsabkommen mit den afrikanischen Anbauländern auszuhandeln. Dabei steht eine Befreiung von den Import- und Exportsteuern für die Waren der jeweils anderen Seite, einschließlich roher Cashewnüsse, die aus Afrika nach Vietnam exportiert werden, im Fokus. Sollten keine derartigen Abkommen getroffen werden können, fordert Vinacas eine 25%ige Einfuhrsteuer auf afrikanische Cashewkerne, um die heimische Verarbeitungsindustrie zu schützen.

EU-Importe nehmen leicht ab

Nach aktuellen Daten der Europäischen Kommission haben die Cashew-Importe in die EU im Jahr 2022 um knapp 3% im Vergleich zum Vorjahr abgenommen. Der mit großem Abstand wichtigste Lieferant bleibt dabei Vietnam, auch wenn hier Rückgänge verzeichnet wurden (-4,4% auf 115.126 mt). Die Elfenbeinküste, die bei den Lieferungen in die EU Platz 2 belegt, konnte ihre Ausfuhren in EU-Länder um knapp 65% steigern, und auch Nigeria hat 48,4% mehr Cashews in die EU geliefert. Deutlich rückläufig zeigen sich dagegen beispielsweise die Lieferungen aus Indien, Brasilien und Indonesien. Der Importwert der EU ist um 9% gestiegen: Während 2021 noch Cashews im Wert von 909,62 Mio. EUR gekauft wurden, waren es 2022 bereits 991,87 Mio. EUR. Der durchschnittliche Importpreis lag letztes Jahr bei 6,54 EUR/kg, im Vorjahr waren es 5,83 EUR/kg.

EU-Import Cashews* in mt

Land

2021

2022

Diff.

Vietnam

120.482

115.126

-4,4%

Elfenbeinküste

8.006

13.200

64,9%

Indien

11.356

9.865

-13,1%

Brasilien

3.728

3.274

-12,2%

Burkina Faso

2.615

2.705

3,4%

Nigeria

986

1.463

48,4%

Indonesien

1.961

1.013

-48,3%

Togo

858

844

-1,6%

Mosambik

1.239

787

-36,5%

Benin

784

774

-1,3%

Andere

4.062

2.513

-38,1%

Gesamt

156.077

151.564

-2,9%

Quelle: Europäische Kommission / Eurostat (Comext)

*08013200 Kaschu-Nüsse, frisch oder getrocknet, ohne Schale

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