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Cashews: Vietnam senkt Exportziel 2022

8. März 2022 um 10:39, Der AUDITOR
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HANOI. Nach dem Rekordwert von 2021 hatte Vietnam hohe Exportziele für 2022, muss nun allerdings aufgrund der geopolitischen Situation zurückrudern. Auch die Corona-Pandemie wirkt sich nach wie vor auf die Ausfuhren aus.

Ukraine-Krise wiegt schwer auf Exporten

Die Ziele für die vietnamesischen Cashewexporte 2022 waren hoch gesteckt: Nachdem das Jahr 2021 sich als äußerst erfolgreich gezeigt hatte und ein neues Rekordniveau von gut 3,6 Mrd. USD erreicht wurde, rechnete das Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung für das aktuelle Jahr mit Exporten im Wert von 3,8 Mrd. USD. Jetzt rudert die Vietnam Cashew Association (Vinacas) allerdings zurück, da sie befürchtet, dass dieser Exportwert aufgrund der aktuellen weltpolitischen Situation nicht umsetzbar sein wird. Dazu äußerte sich der Vinacas-Vorsitzende Pham Van Cong wie folgt:

„Bei den Cashew-Exporten macht der EU-Markt etwa 35% der Lieferungen aus. Wenn sich der politische Konflikt zwischen Russland und der Ukraine derzeit verlängert oder weiterhin instabil ist, wird dies die Cashewnuss-Exporte im Jahr 2022 stark beeinträchtigen, so dass es notwendig ist, das Ziel auf ein Niveau zu reduzieren, das der tatsächlichen Situation angemessen ist“.

Das neu angepeilte Ziel von 3,2 Mrd. USD ist nach wie vor hoch, scheint aber realistischer erreichbar zu sein. Dass sich die Ukraine-Krise unweigerlich auf die Weltwirtschaft und im Besonderen die Wirtschaft europäischer Länder auswirken wird, ist unvermeidlich und tritt bereits jetzt ein. Hinzu kommen weiterhin die Verluste durch die Covid-19-Pandemie; auch wenn diese aktuell in den Hintergrund gerückt scheint, macht sie sich vor allem bei den Transporten weiterhin bemerkbar.

Erzeuger zögern bei Preissenkungen

Die Märkte zeigen sich indes eher ruhig. Die geringe Nachfrage übt Druck auf die Preise aus, viele Erzeuger und Verarbeiter zögern laut Chelmer Foods allerdings, ihre Preise deutlich zu senken, da sie wissen, dass die Großabnehmer nur auf solch eine Gelegenheit warten. In den letzten zwei Wochen hat es in Vietnam und Kambodscha überdurchschnittlich viel Niederschlag gegeben, bisher gehen die Marktteilnehmer allerdings nicht davon aus, dass dieser Umstand zu merklichen Ernteschäden geführt hat. Es besteht allerdings die Möglichkeit, dass sich der Ernteprozess verzögert. In den westafrikanischen Anbauländern sind die Witterungsbedingungen hingegen weiterhin günstig, sodass sowohl die Erträge als auch die Qualität der Ware zufriedenstellend ausfallen dürften.

Auf dem europäischen Spotmarkt hat es im Vergleich zu letzter Woche keine preisliche Veränderung gegeben; vietnamesische Cashewkerne, WW240 liegen unverändert bei 7,20 EUR/kg FCA Spanien.

Cashewkerne, Vietnam

Sorte

EUR/kg

USD/kg

WW320

6,55

7,12

WW240

7,20

7,83

WW210

8,40

9,13

WW180

8,95

9,73

FCA Spanien

Für mehr Informationen gehen Sie zu: 
allgemeine Preischarts

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