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Cashews: Vietnam bleibt Spitzenreiter

20. November 2024 um 11:06 , Der AUDITOR
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HANOI. Kein Land exportiert so viele verarbeitete Cashewkerne wie Vietnam. Dabei sind die Verarbeiter allerdings auf hohe Rohwarenimporte angewiesen, die den inländischen Erzeugern schaden. Die EU-Importe sind gestiegen.

Exportmenge und -wert deutlich gestiegen

Die vietnamesische Cashewindustrie boomt wie nie zuvor. Nach Angaben des Ministeriums für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung exportierte das Land in den ersten zehn Monaten des Jahres 2024 so viele verarbeitete Cashewkerne wie im gesamten Jahr 2023. Insgesamt lagen die Exporte im Zeitraum Januar-Oktober 2024 bei 613.500 mt im Wert von 3,6 Mrd. USD, was einer Mengensteigerung von 18,7% und einer Wertsteigerung von 22,1% gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Damit behauptet Vietnam seine globale Spitzenposition. Der durchschnittliche Exportwert im genannten Zeitraum lag bei 5.867 USD/mt und damit 2,9% höher als 2023. Laut der Vietnam Cashew Association (Vinacas) sind die wichtigsten Exportmärkte dabei die USA (27,7%), China (16,4%) und die Niederlande (9,4%).

Vietnamesische Erzeuger in der Bredouille

Um solch große Mengen Cashewkerne exportieren zu können, ist Vietnam auch auf hohe Rohwarenimporte angewiesen. Vinacas zufolge lagen die Importe im Oktober bei 160.000 mt im Wert von 243,5 Mio. USD. Die wichtigsten Lieferanten sind dabei Kambodscha, die Elfenbeinküste und Ghana; diese drei Länder haben einen Anteil von 71,7% an den vietnamesischen Importen. Insgesamt muss Vietnam etwa 90% seiner Rohware importieren. Hier befinden sich die Marktteilnehmer in einem Teufelskreis, denn die günstigeren Preise für Importware machen es den vietnamesischen Erzeugern schwer, ihre Rohware zu verkaufen; sie müssen infolgedessen oft auf andere Agrarrohstoffe umsteigen, sodass der Cashewanbau weiter zurückgeht.

EU steigert Importe

Auch für die EU bleibt Vietnam der mit riesigem Abstand wichtigste Lieferant für Cashewkerne. Im Zeitraum 01.01.-17.11.2024 lieferte das südostasiatische Land insgesamt 114.617 mt in EU-Länder, das sind 5,5% mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Gesamtimporte der EU betrugen im genannten Zeitraum 160.308 mt, das sind 8,4% mehr als im Vorjahr. Die Elfenbeinküste belegt mit 20.113 mt (+27,6%) den zweiten Platz der wichtigsten Lieferanten, gefolgt von Indien (-3,7%) und Benin, das seine Ausfuhren in die EU um satte 159,9% steigern konnte. Eine noch höhere Steigerung konnte nur Tansania mit 180,7% verzeichnen, während Burkina Faso, Brasilien und Ghana Rückgänge einstecken mussten.

EU-Import Cashews in mt

Ursprung

2023

2024

Diff.

Vietnam

108.620

114.617

5,5%

Elfenbeinküste

15.766

20.113

27,6%

Indien

9.173

8.838

-3,7%

Benin

1.303

3.386

159,9%

Nigeria

1.616

2.321

43,6%

Burkina Faso

2.718

1.801

-33,7%

Tansania

615

1.726

180,7%

Brasilien

3.071

1.600

-47,9%

Ghana

1.546

1.051

-32,0%

Mosambik

766

1.048

36,8%

Andere

2.677

3.807

42,2%

Gesamt

147.871

160.308

8,4%

Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance System, 01.01.-17.11.

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