Kostenfrei

Cashews: Importe normalisieren sich

18. Oktober 2021 um 11:33 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

HANOI. Nachdem die kambodschanischen Exporte nach Vietnam den Marktteilnehmern zu Beginn des Jahres große Rätsel aufgegeben hatten, haben sich die Zahlen nun wieder normalisiert. Ein anderes Land hat seine Rolle als Hauptlieferant zurückerobert.

Zweifelhafte Einfuhren aus Kambodscha

Nachdem die vietnamesischen Cashewimporte aus Kambodscha zu Beginn des Jahres, vor allem im März und April, exorbitante Mengen erreicht hatten, hat sich die Lage nun wieder normalisiert. Damals waren die Lieferungen aus Kambodscha so hoch gewesen, dass sogar die offizielle Erntemenge angezweifelt wurde, wie die Vietnam Cashew Association (Vinacas) berichtet hatte. Im März wurden demzufolge mehr als 367.000 mt rohe Cashewnüsse aus Kambodscha importiert, während die dortige Ernte auf lediglich 250.000-300.000 mt geschätzt wurde. Das weckte bei den Marktteilnehmern verständliche Zweifel.

Elfenbeinküste als wichtigster Lieferant

Im September sah die Lage schon ganz anders aus. Vietnam importierte im vergangenen Monat 100.268 mt Cashewnüsse im Wert von 127,5 Mio. USD aus der Elfenbeinküste – damit rückt das afrikanische Land wieder auf Platz 1 der wichtigsten Lieferanten für Vietnam und macht knapp 49% der Gesamtimporte aus. Kambodscha erreichte mit 8.920 mt im Wert von 14,5 Mio. USD wieder einen Durchschnittswert. Durch die massiv hohen Werte im März und April steht Kambodscha allerdings für die ersten neun Monate des Jahres 2021 weiterhin mit großem Abstand auf dem 1. Platz. Vinacas zufolge importierte Vietnam in diesem Zeitraum mehr als 1,1 Mio. mt der dortigen Cashews im Wert von 1,84 Mrd. USD. Die Lieferungen der Elfenbeinküste waren nur etwa halb so hoch mit knapp 519.500 mt und einem Umsatz von 669 Mio. USD.

Vietnam steigert Importe deutlich

Insgesamt belaufen sich Vietnams Cashewimporte zwischen Januar und September 2021 auf gut 2,5 Mio. mt im Wert von 3,7 Mrd. USD, was einer Volumensteigerung von 129% und einem Wertzuwachs von 172% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Das berichtet ebenfalls Vinacas und bezieht sich dabei auf die offiziellen Zolldaten.

Die Preise auf dem europäischen Spotmarkt halten sich derweil stabil auf dem Niveau der Vorwoche. Cashews, WW320, Ursprung Vietnam werden weiterhin zu 6,75 EUR/kg FCA Spanien gehandelt.

Preise Cashewkerne, Vietnam

Sorte

EUR/kg

WW320

6,75

WW240

7,20

Large White Pieces

4,45

FCA Spanien

Für mehr Informationen gehen Sie zu: 
allgemeine Preischarts

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Nüsse
26.05.2026
NEU-DELHI/BRÜSSEL. Ein Mangel an Diesel sorgt derzeit dafür, dass die indischen Exporteure Probleme damit haben, ihre Ware an die Häfen zu transportieren. Die Preise stagnieren, während die EU-Importe gesunken sind.
Nüsse
26.05.2026
NEU-DELHI. In Indien gehen vermehrt Anfragen nach ganzen Cashewkernen ein. Die Elfenbeinküste ist mit schlechten Trocknungsbedingungen konfrontiert. In Nigeria legen Käufer verstärkt Wert auf Qualität. In Vietnam sind die Preise für Kerne einfach zu niedrig, als dass Verarbeiter Gewinne erzielen könnten.
Nüsse
22.05.2026
ORDU. Ferrero hat letzte Woche damit begonnen, Haselnüsse in der Türkei aufzukaufen. Die vom International Nut and Dried Fruit Council (INC) in der vergangenen Woche vorgelegte Ernteprognose für die Türkei sorgt für Besorgnis.
Nüsse
19.05.2026
MANILA. Die Kokoserzeuger auf den Philippinen, aber auch in anderen Produktionsländern wie Vietnam und Indonesien blicken besorgt auf das El-Niño-Wetterphänomen, das sich in den kommenden Monaten entwickeln könnte. Auch steigende Kraftstoffpreise und eine begrenzte Verfügbarkeit machen ihnen zu schaffen.