Bio-Rohstoffe

Bio-Getreideernte kommt nur schleppend voran

6. August 2021 17:35, MBI Infosource GmbH & Co KG
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Nasses Wetter verschärft Qualitätssorgen - Preisaussichten aufwärts gerichtet

 

Bei Bio-Weizen franko Hamburg dürfte der Preis bis Ende des Monats weiter steigen. Das auf einer KI-Methode beruhende MBI-Prognosemodell errechnet hier im Schnitt einen Preis von 391 EUR/t, das wäre ein Plus von gut 11 Prozent auf Monatssicht. Im Juli hatten die Brotweizenpreise etwas stärker als erwartet zugelegt und im Durchschnitt 350 EUR/t erreicht, da das sehr nasse Erntewetter auch bei Bio-Getreide die Feldarbeiten bremst und Sorgen über die Qualitäten verschärft.

Für Futterweizen in Bioqualität errechnet das MBI-Modell bis Ende August einen durchschnittlichen Preis von 355 EUR. Im Juli war der Durchschnittspreis auf 295 EUR zurückgegangen. Bio-Roggen dürfte bis Ende des Monats einen durchschnittlichen Preis von 246 EUR/t erreichen und bewegt sich damit annähernd seitwärts. Im Juli hatte diese Getreidesortierung im Schnitt wie erwartet bei 250 EUR gelegen.

Insgesamt geht die Bio-Getreideernte schleppend voran, dabei läuft sie im Osten schneller als im Westen. Im Süden Deutschlands sind die Feldbestände immer noch vielenorts zu nass. Auch die Vermarktung läuft schleppender als in anderen Jahren. Im Februar 2021 hat die Leitmesse BioFach nicht stattgefunden. Auf der Messe wird üblicherweise schon einiges an Ware vorkontrahiert.

Da die Bio-Anbaufläche zur diesjährigen Ernte um rund 5 Prozent ausgeweitet worden ist, rechnen die Abnehmer mit Preisdruck im weiteren Verlauf der Saison. Angesichts der ausgeweiteten Fläche sind auch die voraussichtlich wetterbedingt geringeren Erträge kein größeres Problem. Hinsichtlich der Qualitäten gibt es noch wenig repräsentative Werte, die Bio-Qualitäten dürften aber wie auch bei konventionellem Getreide in diesem Jahr sehr heterogen ausfallen. Insgesamt läuft der Markt ex Ernte nicht so an wie erwartet.

Insbesondere bei Dinkel dürfte die ausgeweitete Anbaufläche 2021/22 zu niedrigeren Preisen führen als in der vergangenen Saison. Die Verarbeiter halten sich daher beim Einkauf zurück. Die bisher geernteten Dinkel-Qualitäten im Süden Deutschlands fallen dem Vernehmen nach recht gut aus. Das Korn hat den Regen gut verkraftet, ist zwar zu feucht geerntet worden, aber ansonsten von durchschnittlicher Qualität. Im Osten ist die Dinkelernte weiter fortgeschritten mit guten Qualitäten und einem liquideren Markt. Bis Ende des Monats errechnet das MBI-Modell für dieses Bio-Getreide im Spelz einen durchschnittlichen Preis von 543 EUR. Im Juli war Dinkel auf Grund der noch höheren Ernteerwartungen preislich auf 500 EUR zurückgelaufen. Entspelzte Ware wird um 850 EUR bewertet.

Kristina Steffens

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