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Walnüsse: Weltmarkt im Umbruch

15. Februar 2022 14:22, Der AUDITOR
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SACRAMENTO/KIEW. Auch wenn die USA weiterhin der wichtigste Walnusslieferant sind, drängen sich Konkurrenten immer weiter in den Vordergrund. Besorgte Blicke richten sich auf Osteuropa und die Krise zwischen Russland und der Ukraine.

US-Walnussproduktion dürfte zurückgehen

Auf dem globalen Walnussmarkt findet derzeit eine Umstrukturierung statt. Zwar bleiben die USA nach wie vor der größte Exporteur, neue Akteure wie China, die Ukraine und Chile gewinnen jedoch zunehmend an Bedeutung. Wie unter anderem Rabobank-Experten berichten, bleiben die EU und die Türkei weiterhin die wichtigsten Importmärkte mit einer konstanten Nachfrage, das Kaufinteresse aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Indien steigt indes weiter an. Nach einer Rekordernte in der letzten Saison rechnen die Experten damit, dass die US-Walnussproduktion in der Saison 2021/22 zurückgehen wird, da die Bäume in einer Erholungsphase stecken und daher mit geringeren Erträgen gerechnet wird.

Steigende Produktionskosten werden zum Problem

Die aktuellen Preise sind laut Rabobank weder ein ausreichender Anreiz, die Anbauflächen zu vergrößern, noch abschreckend genug, diese zu reduzieren. Ein Problem sind die steigenden Produktionskosten, die Druck auf die Margen ausüben. Auf dem europäischen Spotmarkt kam es im Laufe der vergangenen Wochen zu merklichen Preissenkungen; Chandler LHP, 20% aus den USA kosten aktuell 5,35 EUR/kg FCA Spanien und liegen damit 0,85 EUR/kg unter dem Preis von letzter Woche.

Walnusspreise

Sorte

EUR/kg

Chandler, ELHP 80%, Chile, händisch geöffnet

7,75

Chandler, LHP 20%, USA

5,35

Chandler, in der Schale, 30-32 mm, Chile

2,55

Howard, in der Schale, jumbo, USA

2,25

Type 185, geschält, ELHP 90%, China

5,90

80% White Halves, Moldawien

7,25

White Pieces, Moldawien

6,15

40% Light halves, Ukraine

6,15

FCA Spanien

US-Exporte um ein knappes Drittel gesunken

California Walnuts hat indes die aktualisierten Zahlen für die US-Walnusslieferungen veröffentlicht. Seit Saisonbeginn im September 2021 bis Ende Januar lieferte das Land insgesamt 164.095 mt Walnüsse mit und ohne Schale ins In- und Ausland; das entspricht einem Rückgang von 30% gegenüber den 235.042 mt, die im Vorjahreszeitraum geliefert wurden. Besonders deutlich werden dabei die Rückgänge nach Afrika und in den Mittleren Osten (-55%) sowie nach Asien und Ozeanien (-42%). Insgesamt konnte für keine wichtige Exportdestination eine Steigerung erzielt werden, mit Ausnahme der Ausfuhren geschälter Walnüsse nach Europa, die um 9% gestiegen sind.

US-Walnusslieferungen in mt

Land

2020/21

2021/22

Diff.

Europa

55.882

53.977

-3%

Asien/Ozeanien

42.072

24.507

-42%

Afrika/Mittlerer Osten

82.368

37.165

-55%

Mittel-/Südamerika

180

110

-39%

Nordamerika

51.708

46.821

-9%

Andere

2.832

1.516

-46%

Gesamt

235.042

164.095

-30%

Quelle: California Walnuts; Ergebnis seit Saisonstart

Handel in Osteuropa vorerst stabil

Marktteilnehmer blicken besorgt nach Osteuropa, wo sich die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine in den vergangenen Wochen bedenklich zugespitzt haben. Entgegen ihrer Befürchtungen scheint der Handel allerdings vorerst weiter in geregelten Bahnen zu laufen. Einige Händler hatten auf Preissenkungen spekuliert, die die Käufer trotz der Krise zum Kaufen animieren sollten, diese sind jedoch bisher nicht eingetreten. Generell zeigt sich der Markt eher ruhig. Dasselbe gilt für China, auch hier wird von stabilen Preisen und wenig Aktivität berichtet.

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