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Walnüsse: Chile wird sich anpassen müssen

17. Mai 2023 um 16:06 , Der AUDITOR
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SACRAMENTO/SANTIAGO. Während im ersten Quartal 2023 gute Exportergebnisse von US-Walnüssen erzielen werden konnten, zeigte sich der April deutlich schwächer. Zudem gehen Experten davon aus, dass das Produktionsergebnis 2022 besser ausgefallen ist als bisher angenommen.

April-Exporte um 24% eingebrochen

Die US-Walnussexporte sind im April deutlich zurückgegangen. Während der Inlandsbedarfs um 5% auf 7.865 mt gestiegen ist, schrumpfte das Ausfuhrvolumen im Jahresvergleich um knapp ein Drittel auf 18.401 mt. Insgesamt wurden 26.266 mt Walnüsse mit und ohne Schale ins In- und Ausland geliefert, rund 24% weniger als im gleichen Monat des Vorjahres. Hauptabnehmer in dieser Zeit waren Japan (+242% auf 2.878 mt), die Türkei (-54% auf 2.711 mt), Deutschland (-44% auf 2.466 mt) und Korea (-4% auf 1.706 mt.

Ein stärkerer Inlandsbedarf sorgte in dieser Saison auch insgesamt dafür, dass die Rückläufigen Exporte das Gesamthandelsvolumen nicht reduzierten. Tatsächlich wurden zwischen September 2022 und April 2023 insgesamt 263.193 mt US-Walnüsse mit und ohne Schale ins In- und Ausland geliefert, ähnlich dem, was im Vorjahreszeitraum gehandelt wurde. Während der Inlandsbedarf jedoch um 16% auf 74.320 mt zulegte, gingen die Exportlieferungen in diesem Zeitraum um 5% auf 188.873 mt zurück. Zwar stiegen auch die Lieferungen in Länder wie die Türkei (+% auf 36.839 mt) und die Vereinigten Arabischen Emirate (+75% auf 22.918 mt), weitere wichtige Abnehmerländer, insbesondere aus der EU, reduzierten ihre Einfuhr dagegen maßgeblich. Im Schnitt gingen die Exporte nach Deutschland (-31% auf 21.274 mt), Italien (-38% auf 12.799 mt) und Spanien (-26% auf 12.192 mt) um ein Drittel zurück.  

US-Walnussexporte und Inlandsbedarf* in mt

Land

2021/22

2022/23

Diff.

USA

64.296

74.320

16%

Türkei

34.179

36.839

8%

VAE

13.078

22.918

75%

Deutschland

30.848

21.274

-31%

Italien

20.721

12.799

-38%

Spanien

16.420

12.192

-26%

Japan

15.077

11.923

-21%

Korea

11.413

10.379

-9%

Kanada

5.939

6.959

17%

Großbritannien

2.770

4.062

47%

Andere

48.805

49.529

1%

Gesamt

263.546

263.193

0%

Quelle: California Walnuts; Ergebnis seit Saisonstart

*geschält und in der Schale

Ernte größer als erwartet

Das vorläufige Ernteergebnis für die US-Walnussproduktion 2022/2023 wurde von California Walnuts auf 678.456 mt geschätzt. Die Experten von Olam gehen sogar davon aus, dass die Daten im Juni noch einmal angepasst werden und das finale Resultat näher an 690.000 mt heranreicht. Dies würde einer Produktionssteigerung gegenüber dem Vorjahr um 4-5% entsprechen. Trotz der schwächelnden Exporte lagen die Walnussbestände Ende März 2023 (Bestandsbericht California Walnuts) nicht nennenswert über denen des Vorjahres. Hier gilt es zu beachten, dass die US-Walnussernte in der Saison 2020/2021 mit 716.676 mt Walnüssen in der Schale einen neuen Rekord erzielt hatte, während logistische Hürden die Ausfuhr beeinträchtigten. Entsprechend war der Markt mit üppigen Überhangbeständen in die Saison 2021/2022 gestartet. Ende März waren schätzungsweise noch 105.058 mt Walnüsse in der Schale im Markt verfügbar, ein Rückgang um fast 11% gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig hatten sich die Bestände an geschälten Walnüssen um 2,6% auf 255.533 mt erhöht. 

Rekordernte in Chile

Chile erfreut sich in diesem Jahr an einer Rekordwalnussernte. Allerdings sind hier die Preise gemessen an denen anderer Ursprünge deutlich teurer, insbesondere bei qualitativ hochwertigeren Kernen. Zum jetzigen Zeitpunkt sind günstigere Preise für Erzeuger und Händler allerdings keine Option, die erhoffen sich, dennoch gute Gewinne erzielen zu können, so die Experten von Catz. In Anbetracht wachsender Bestände im Weltmarkt wird sich das Land allerdings früher oder später anpassen müssen, um die Mehrproduktion auch im Handel unterzubringen.

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