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Pistazien: Klimawandel trifft den Iran hart

5. September 2023 um 12:54 , Der AUDITOR
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TEHERAN/BRÜSSEL. Während die EU die Einfuhr von Pistazien reduziert hat, muss der Iran in Maßnahmen zur Bekämpfung der Auswirkungen des Klimawandels investieren. Illegal gegrabene Brunnen führen zu zusätzlichen Problemen.

Italien kauft große Mengen in Argentinien

Die EU-Importe sind in diesem Jahr bisher mengenmäßig um 17% und wertmäßig um 23% zurückgegangen. Während die EU zwischen dem 1. Januar und dem 30. August 2023 47.087 mt Pistazien im Wert von 336,457 Mio. EUR importierte, waren es im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. August 2022 56.793 mt im Wert von 436,352 Mio. EUR. Die USA sind der mit Abstand wichtigste Lieferant und machen 95% aller EU-Einfuhren aus. Die Lieferungen aus dem Iran sind um 63% zurückgegangen, während die Einfuhren aus Argentinien um mehr als das Achtfache gestiegen sind.

Italien ist der einzige EU-Mitgliedstaat, der in diesem Jahr aktiv Pistazien aus Argentinien gekauft hat. Deutschland (12,269 Mio. kg) ist das führende Importland innerhalb der EU, gefolgt von Spanien (7,816 Mio. kg) und Belgien (7,249 Mio. kg). Italien (5,811 Mio. kg) und die Niederlande (4,027 Mio. kg) folgen auf den nächsten Plätzen.

EU-Pistazienimporte*, in kg

Land

2022

2023

Diff.

USA

51.513.905

44.868.571

-13,0%

Iran

4.913.802

1.796.381

-63,5%

Argentinien

30.002

250.000

733,3%

Türkei

117.678

110.008

-6,6%

Syrien

26.234

5.200

-80,2%

Kamerun

3.203

2.823

-11,9%

Togo

46

1.901

4,032,6%

Vietnam

12

1.404

11,600,0%

Libanon

2.672

812

-69,7%

Indien

498

744

49,4%

Andere

185.056

49.523

-73,3%

Gesamt

56.793.108

47.087.367

-17,1%

Quelle: DG AGRI TAXUD Customs Surveillance, 01.01.-30.08.
*08025100 Pistazien, frisch oder getrocknet, in der Schale

Illegale Bohrungen und Wassermangel im Iran

Diese Importe sind symptomatisch für die globale Entwicklung, da die USA und die Türkei Marktanteile gewinnen - sehr zum Nachteil der iranischen Pistazienindustrie. Der INC schätzte die weltweite Produktion für 2023/2024 im Mai auf 1,022 Mio. mt, 37% mehr als im letzten Jahr, und es wird erwartet, dass das weltweite Angebot auf 1,238 Mio. mt steigen wird. Man ist sich einig, dass die Verbraucher von einem hart umkämpften Markt profitieren werden. Die Aussichten in den USA sind sehr ermutigend: Berichten zufolge sieht die diesjährige Ernte, die auf 590.000 mt geschätzt wird, gut und gesund aus.

Auch im Iran wird die Produktion wieder auf 200.000 mt, aber der Klimawandel stellt eine große Herausforderung dar. Obwohl die Wetterbedingungen in diesem Jahr überraschend gut waren, nachdem Frost und übermäßige Hitze im letzten Jahr erhebliche Schäden verursacht hatten, hat eine schwere Dürre in den letzten zehn Jahren die Landschaft verändert, und 85% des Landes gelten als trocken oder halbtrocken. Die Landwirte haben auf den Wassermangel reagiert, indem sie zusätzliche Brunnen gegraben haben. Doch rund die Hälfte der 75.000 Brunnen, die auf iranischen Bauernhöfen in Betrieb sind, sind illegal, und die ungehemmte Nutzung des Grundwassers für die Landwirtschaft ist der Hauptgrund für den Wassermangel, wie lokale Medien berichten. Selbst Funktionäre wie Mitglieder der iranischen Handelskammer schlagen Alarm, weil der Wassermangel und andere Probleme den Iran wertvolle Marktanteile kosten werden. Das Land hat kaum eine andere Wahl, als in die Bekämpfung des Klimawandels zu investieren, wenn die Industrie ihre Position als einer der weltweit führenden Produzenten halten will. Die Preise sind seit Juni gesunken, da mehr Vorräte verfügbar sind.

Pistazien, Iran

Ungeschält, NO

EUR/kg

USD/kg

Ahmad Aghaei, 24-26

10,85

11,68

Ahmad Aghaei, 26-28

10,63

11,45

Akbari, 20-22

12,80

13,78

Akbari 22-24

12,37

13,32

Kale Ghuchi, 22-24

11,61

12,50

Kale Ghuchi 24-26

11,39

12,27

Fandoghi, 30-32

9,11

9,81

Fandoghi 32-34

8,90

9,58

FOB Iran, Abnahmemenge 1 mt

Für mehr Informationen gehen Sie zu: 
- Preischarts Pistazien, Iran
- weitere Preischarts

Angehängte Dateien

Dateisymbol
Preischart Pistazien, Ahmad Aghaei, Iran

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