Kostenfrei

Mandeln: Früherer Erntestart in Kalifornien

14. Oktober 2026 um 15:29 , Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

SACRAMENTO. Wie bei zahlreichen anderen Agrarprodukten konnte auch die Mandelernte im Kalifornien in diesem Jahr früher starten als üblich. Die Exporte laufen sehr gut und erreichten im September ein 5-Jahreshoch.

Ernte begann rund zehn Tage früher

Laut einem aktuellen Bericht des Almond Board of California konnte, wie bei zahlreichen anderen Agrarprodukten auch, die diesjährige kalifornische Mandelernte etwa zehn Tage früher beginnen. Im San Joaquin Valley lag der Erntestart mehrere Tage bis eine Woche vor dem gewohnten Zeitpunkt. Die Erntebedingungen waren insgesamt günstig. Anders als in den vergangenen Sommern blieb länger anhaltende Extrem-Hitze aus. Die moderaten Temperaturen in den letzten Wochen vor der Ernte dürften die Entwicklung der Mandeln zum Saisonende zusätzlich begünstigt haben. Die Verarbeiter werden voraussichtlich noch bis November Mandeln erhalten. Aufgrund des frühen Saisonstarts dürfte auch die Verarbeitung früher abgeschlossen sein. Für eine abschließende Ernteschätzung ist es allerdings noch zu früh. Nach Angaben von Taylor Hillman vom Almond Board of California fällt die Ernte nach den bisherigen Rückmeldungen der Verarbeiter in ganz Kalifornien jedoch insgesamt gut aus.

Registriert wurden bis Ende September insgesamt 1,216 Mrd. lbs Mandeln (ohne Schale), das sind 225% mehr als letztes Jahr um diese Zeit. Erwartet wird laut dem Almond Board eine Produktion 2,7 Mrd. lbs. Hinzu kommen Überhangbestände aus dem Vorjahr von insgesamt 470,655 Mio. lbs. 

Erstmals seit 1995 weniger ertragsfähige Anbaufläche

Die im April von Land IQ veröffentlichte Schätzung für 2026 weist einen Rückgang der ertragsfähigen Mandelanbaufläche gegenüber dem Vorjahr aus. Damit wurde erstmals seit 1995 ein solcher Rückgang verzeichnet – ein bemerkenswerter Einschnitt nach Jahrzehnten kontinuierlicher Flächenausweitung.

Auch die Rodung bestehender Mandelplantagen hält an. Im jüngsten Bericht seien rund 47.000 Acres als gerodete Fläche ausgewiesen worden, erklärte Hillman. Als mögliche Gründe kämen überalterte Bäume und der Druck durch das kalifornische Gesetz zur nachhaltigen Grundwasserbewirtschaftung (Sustainable Groundwater Management Act, SGMA) infrage. Die Größenordnung der Rodungen sei in den jüngsten Berichten weitgehend stabil geblieben. Der nächste Bericht werde im November erwartet. 

Positivere Stimmung trotz steigender Kosten

Die Stimmung unter den Mandelanbauern sei inzwischen deutlich besser als vor zwei Jahren und auch positiver als im Vorjahr, berichtete Hillman. Sorgen bereiteten weiterhin die hohen Betriebsmittelkosten, die Mandelproduzenten ebenso wie andere Agrarerzeuger belasteten. Dazu zählten unter anderem Ausgaben für Wasser und Kraftstoff. Eine 2024 durchgeführte Kostenstudie zur kalifornischen Mandelproduktion im nördlichen San Joaquin Valley untersuchte die Produktionskosten je US-Pfund (lbs) für den Zeitraum von 2019 bis 2024. Demnach stiegen diese innerhalb von fünf Jahren um 47-53%. 

Mandelpreise

Sorte

EUR/kg

USD/kg

Standard, 5%

6,90

7,72

California, SSR 27/30

7,24

8,10

NPX, 23/25

8,25

9,23

blanchiert, ganz und gebrochen, 70/5

8,12

9,09

blanchiert, gehackt

8,24

9,22

blanchiert, gehobelt/gestiftelt

8,34

9,34

blanchiert, Grieß

8,14

9,11

Quelle: Handel, DDP Mitteleuropa, Okt-Dez 2026

Septemberexporte sind um 28% gestiegen

Der US-Mandelsektor verzeichnete auch im September ein sehr gutes Exportergebnis. Insgesamt wurden im zweiten Monat der Saison 2026/2027 rund 232,546 Mio. lbs Mandeln mit und ohne Schale ins In- und Ausland geliefert, das entspricht einem Plus gegenüber dem Vorjahresmonat um 18%. Die Ausfuhr belief sich auf 189,173 Mio. lbs (+28% ggü. Vj.) und erzielte damit den höchsten September-Wert seit 2020/2021, während die Inlandslieferungen allerdings im Jahresvergleich um 12% auf 43,372 Mio. lbs zurückgegangen sind.

Insbesondere die Lieferungen nach Indien (+136% auf 66,352 Mio. lbs), in die Türkei (+313% auf 13,209 Mio. lbs) und nach Pakistan (+328% auf 8,961 Mio. lbs) aber auch nach Vietnam (+7% auf 10,978 Mio. lbs) sind gegenüber September 2025 spürbar gestiegen. Rückläufig hingegen waren die Exporte in die Vereinigten Arabischen Emirate (-33% auf 10,978 Mio. lbs) sowie zahlreiche wichtige europäische Absatzmärkte, darunter Spanien (-17% auf 8,79 Mio. lbs), die Niederlande (-3% auf 6,634 Mio. lbs), Italien (-24% auf 5,455 Mio. lbs) und Deutschland (-2% auf 5,363 Mio. lbs). 

Gesamtlieferungen bleiben deutlich über Vorjahr

Seit Beginn der neuen Saison beliefen sich die Gesamtlieferungen auf 422,642 Mio. lbs Mandeln mit und ohne Schale, das sind 19% mehr als die 355,063 Mio. lbs zwischen August und September 2025. Davon entfallen 332,425 Mio. lbs (+29% ggü. Vj.) auf den Export, während sich die Inlandslieferungen auf 90,127 Mio. lbs (-8% ggü. Vj.) beliefen. Als ein Grund gelten rückläufige Trends im Segment der Nuss-Snacks.

Indien ist der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt, die Lieferungen dorthin lagen bei 110,622 Mio. lbs, das sind 149% mehr als im Vorjahreszeitraum. Auch die US-Exporte in Länder wie die Türkei (+61% auf 20,233 Mio. lbs) sowie nach Pakistan (+295% auf 17,155 Mio. lbs) und Italien (+16% auf 15,359 Mio. lbs) sind im Jahresvergleich deutlich gestiegen. Im Gegensatz dazu waren für Spanien (-16% auf 20.278 Mio. lbs), die Vereinigten Arabischen Emirate (-46% auf 15,304 Mio. lbs) und die Niederlande (-6% auf 13,526 Mio. lbs) rückläufige Lieferungen zu verzeichnen.   

US-Mandellieferungen*, in 1.000 lbs

Destination

2025/26

2026/27

Diff.

Indien

44.522

110.622

148,5%

Spanien

24.273

20.278

-16,5%

Türkei

12.538

20.233

61,4%

Pakistan

4.342

17.155

295,1%

Italien

13.299

15.359

15,5%

VAE

28.051

15.304

-45,4%

Vietnam

13.475

14.467

7,4%

Niederlande

14.406

13.526

-6,1%

Deutschland

11.191

11.941

6,7%

Japan

8.150

10.573

29,7%

Andere

180.816

173.184

-4,2%

Exporte gesamt

257.095

332.425

29,3%

Inland gesamt

97.968

90.127

-8,0%

Gesamt

355.063

422.642

19,0%

Quelle: California Almonds, 01.08.-30.09.

*geschält und ungeschält

Für mehr Informationen gehen Sie zu:
- Preischart für Mandeln, natur, +14, Valencia
- Preischart für Mandeln, natur, 12/14 mm, Valencia
- Preischart für Mandeln, blanchiert, 27/30, California SSR
- weitere Preischarts

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Nüsse
14.10.2026
ATHEN/BRÜSSEL. Die griechische Edelkastanienernte bleibt stabil, während der Anteil kleinerer Nüsse steigt. Die Großhandelspreise liegen auf Vorjahresniveau. Die EU hat ihre Einfuhren merklich gesteigert.
Nüsse
13.10.2026
MANILA. Die Exportnotierungen für Kokosraspel bleiben stabil, während Kokosöl und Kopra günstiger werden. El Niño erhöht das Risiko für die Versorgung im kommenden Jahr. Zudem beeinträchtigen Engpässe im Containerverkehr die philippinischen Exporte.
Nüsse
12.10.2026
NEU-DELHI. Die Preise für indische Erdnüsse haben zuletzt nachgegeben. Die Exportnachfrage bleibt zurzeit verhalten, für die Wintermonate wird jedoch eine Erholung erwartet.