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Mais: Brasilien glänzt mit guter Ernte, schockiert mit Corona-Infektionen

4. Juni 2020 um 14:31 , Der AUDITOR
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PARIS. Mais tendierte in Chicago und in Paris unterschiedlich, mit Kursgewinnen in den USA und Kursverlusten in Frankreich. In den USA treibt die Kursschwäche die Exporterwartungen für US-Mais hoch, während in Brasilien ein gestiegener Real den Export erschwert. Unterstützt wurde der Kursverlauf bei Mais über eine höhere US-Ethanolproduktion zur Vorwoche. In Brasilien belasten den Markt jedoch Corona-Virus-Ausbrüche in großen Schlachtunternehmen, was zu geringeren Vieh-Bestandsergänzungen bei Farmern führt.

In Chicago notierte US-Mais am Mittag mit 3,26 USD/Bushel um 1,0 % fester als gestern. In Paris sank der Fronttermin auf 165,25 EUR/mt. In den USA trieb die Kursschwäche beim US-Dollar die wöchentlichen Exporterwartungen für US-Mais auf bis zu 1,2 Mio. mt hoch, am Nachmittag wird das USDA das Ergebnis liefern. Unterstützt wurden die Kurse auch durch Steigerung der US-Ethanolproduktion, die um 41.000 auf 765.000 Barrel/Tag zunahm. Gleichzeitig sanken die Vorräte um 700.000 Barrel auf 22,48 Mio. Barrel. Der neue DOE-Wochenreport zeigte massive Zuwächse bei US-Produktlagern wie Diesel, Heizöl und Benzin, was den Rohölpreis bei Brent um 2,8 % und bei WTI um 4,0 % nach unten trieb. Dabei rechnet der Handel mit langsam steigender Ethanol-Nachfrage, während die Entwicklung der Futtermittelnachfrage wegen schwächerer Kaufkraft der US-Bevölkerung zurückbleiben dürfte. In den USA waren Anfang Juni über 29 Mio. Menschen ohne Arbeit. Auch sorgen gigantische Erwartungen zur US-Maisernte, die unter Annahme von Trenderträgen 406,3 Mio. mt erreichen könnte, was ein Plus von 60 Mio. mt gegenüber 2019 wäre, für massiven Druck. Auch Kanadas Maisernte soll um 16 % auf 15,6 Mio. mt zulegen. Am Schwarzmeer rechnet die Ukrainische Getreide-Assoziation (UGA) mit einer Maisproduktion von gut 37,3 Mio. mt, was die Vorjahresernte um 2,1 Mio. mt übertreffen würde.

Mais-Kassakurse (Fronttermin)

Körnermmais (handelsüblich)

Parität

EUR/mt

Veränd.

Bordeaux FOB

162,00

0,00

Holland CIF

186,00

-2,00

Oldenburg DDP

190,00

0,00

Brake FOT

184,00

0,00

Niederrhein DDP

184,00

0,00

Oberrhein FOB

182,00

0,00

Quelle: Handel

Safrinha-Maisernte zu 2 % geerntet
In Brasilien kam der zweiten Safrinha-Maisernte, die zu 2 % bereits geerntet war, noch Regenfälle zugute, welche die Kolbenausbildung verbessern dürften. FAO-Experten schätzen Brasiliens gesamte Maisernte auf 102,3 Mio. mt, was über die USDA-Prognose von 101 Mio. mt hinausgehen würde. Brasiliens Maisexporte werden auf 36 Mio. mt veranschlagt. Im Vergleich dazu soll Argentinien 50 Mio. mt Mais ernten und 34 Mio. mt Mais exportieren. Wenn der Verbrauch durch höhere Futtermittel- und Ethanolnachfrage nicht steigt, wird es mit Blick auf die hohe Maisernten in den USA und in der Ukraine zwangsläufig zu einen Bestandsaufbau bei Mais kommen. Die Schließungen von Fleischverarbeitungsbetrieben in den USA und auch in Brasilien, gab es zuletzt Covid-19 Ausbrüche bei JBS Sa im südlichen Bundesstaat Rio Grande do Sul, beeinträchtigen die Maisnachfrage durch geringere Tierbestandsergänzungen. In Deutschland gab es seit Jahresbeginn 2,6 % weniger Schweine-Schlachtungen. Der Markt tendierte zuletzt stabil, auch wenn der China-Export von Schweinefleisch immer noch fehlt.

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