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Macadamias: Es geht aufwärts

19. Juni 2024 um 12:01 , Der AUDITOR
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NAIROBI/KAPSTADT. Nachdem die Macadamiapreise 2023 ein historisches Rekordtief erreicht hatten, zeigen sich die Marktteilnehmer für die kommende Saison optimistischer. Die globale Nachfrage steigt stetig, was auch die Preise stabilisieren sollte.

Weltweite Nachfrage steigt kontinuierlich an

Macadamias haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zur teuersten Nuss der Welt entwickelt, allem voran deshalb, weil die stetig wachsende globale Nachfrage nicht ausreichend gedeckt werden kann. Fresh Plaza berichtet unter Bezugnahme auf Bizna Kenya, dass die Nachfrage jährlich um etwa 8% steigt. Kenia, das nach Australien und Südafrika der drittgrößte Produzent weltweit ist, hält einen Marktanteil von 13%, was etwa 7.750 mt auf Kernbasis entspricht. Über 90% der kenianischen Produktion sind dabei für den Export bestimmt, und die Nüsse werden unter anderem in die USA, die EU sowie nach China, Japan und Kanada geliefert. In dem afrikanischen Land versuchen die Verarbeitungsunternehmen seit einigen Jahren verstärkt, die lokalen Landwirte zu unterstützen, indem sie ihre Rohware vor Ort beziehen, dann verarbeiten und exportieren. Dabei wird die Produktpalette stetig vergrößert und neue Produkte wie geröstete Nüsse und Nussöle rücken verstärkt in den Fokus.

China als wichtigster Abnehmer

In Südafrika erholen sich die Macadamiapreise von den historischen Tiefständen des Vorjahres, wie Macadamias South Africa (SAMAC) berichtet. Die Ernte ist hier so gut wie abgeschlossen und die Marktteilnehmer zeigen sich für die Saison 2024/25 optimistisch, auch wenn Branchenexperten die Preisentwicklung weiterhin kritisch im Auge behalten. Aktuelle Ernteschätzungen liegen bei 90.135 mt getrocknete Macadamias in der Schale, was einem Anstieg von 14% gegenüber den 78.091 mt des Vorjahres entspräche. Südafrika könnte damit Platz 1 der weltweit wichtigsten Macadamia-Produzenten verteidigen.

Global Macadamias, ein großer Verarbeiter und Exporteur mit Sitz in Südafrika, hat in den letzten Monaten mit seinem Verkaufsteam alle wichtigen Macadamia-Märkte in Asien, im Nahen Osten, in Europa und in den Vereinigten Staaten bereist. „Die Rückmeldungen, die wir erhielten, waren einheitlich: Die Nachfrage ist gestiegen, was zu höheren Preisen geführt hat", sagte Roelof van Rooyen, Direktor von Global Macadamias gegenüber SAMAC. Auf dem gesamten Markt gibt es Anzeichen dafür, dass die Preise für Macadamianüsse mit und ohne Schale um 10 bis 30% steigen werden, je nach Art, Größe und Qualität des Knackens. Van Rooyen erklärt, dass, nachdem die Macadamia-Preise im Jahr 2023 weltweit historische Tiefststände erreicht hatten, vor allem die chinesischen Käufer ihre Lager räumten und große Bestände aufkauften.

Die niedrigen Macadamia-Preise, die im vergangenen Jahr gezahlt wurden, haben viele Landwirte dazu veranlasst, direkt an China zu verkaufen, den weltweit größten Abnehmer von Macadamianüssen in der Schale. Der Vorteil war, dass die Käufer oft sofortige Zahlungen anboten und so den in Geldnot geratenen Bauern schnell helfen konnten.

Deutsche Importe steigen deutlich

Deutschlands Macadamia-Importe haben im Zeitraum September-April um mehr als 20% zugelegt, was auch der steigenden globalen Nachfrage entspricht. Wichtigster Lieferant bleibt auch hier Südafrika, das seine Lieferungen nach Deutschland um respektable 36,9% steigern können. Auch Kenia, das Platz 2 belegt, erhöhte seine Ausfuhren nach Deutschland um fast 30%. Prozentual betrachtet ist die Steigerung der Lieferungen Malawis besonders auffällig – das ostafrikanische Land verschiffte 1.700% mehr geschälte Macadamias nach Deutschland als im Vorjahr.

Import Macadamias* nach Deutschland in mt

Land

2022/23

2023/24

Diff.

Südafrika

832

1.139

36,9%

Kenia

712

921

29,4%

Niederlande

356

409

14,9%

Malawi

15

270

1700,0%

Australien

0

97

-

Andere

507

102

-79,9%

Gesamt

2.422

2.938

21,3%

Quelle: Statistisches Bundesamt / Sep-Apr

*08026200 Macadamia-Nüsse, frisch oder getrocknet, ohne Schale

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