Trockenfrüchte

Kokosraspel: Speiseölmarkt fordert auch die Kokos-Händler

28. Oktober 2021 11:58, Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

MANILA. Steigende Palmölpreise ziehen auch Kokosöl nach oben, dessen Preise sich im Vergleich zu letztem Monat fast verdoppelt haben. Dabei besteht wenig Hoffnung auf eine zeitnahe Entlastung des Marktes.

Chinesischer Sojaanbau birgt weitere Schwierigkeiten

Die schwierige Situation auf dem Speiseölmarkt macht auch vor Kokosöl nicht halt. Das Problem dabei ist, dass ein wahrer Ansturm auf Palmöl eingesetzt hat, der zum einen durch die hohen Rohölpreise unterstützt wird, vor allem aber durch die Aussicht auf eine geringere Ernte Malaysias in diesem Jahr getrieben wird, die auf die ohnehin schon verknappten Bestände trifft. Wie die Experten von T. M. Duché berichten, zeigen sich die Marktteilnehmer neben den Rohölpreisen zunehmend besorgt über die widrigen Wetterverhältnisse und die Energiekrise in China, die sich beide negativ auf den Sojabohnenanbau auswirken. Zusammen haben diese Umstände dafür gesorgt, dass Palmöl ein neues Rekordhoch erreicht hat und andere Speiseöle, darunter auch Kokosöl, mit sich gezogen hat. Dessen Preis ist im Vergleich zu letztem Monat um satte 45% nach oben geklettert – einige Marktteilnehmer haben sich deshalb vorerst zurückgezogen und beobachten die Preissteigerungen. Europäische Käufer versuchen T. M. Duché zufolge indes, ihre offenen Positionen für die ersten beiden Quartale 2022 zu decken.

Weitere Preissteigerungen in 2022

Die Produzenten und Verlader auf den Philippinen stehen bereits jetzt unter großem Stress, da coronabedingte Personalprobleme zu Verzögerungen führen, während die Nachfrage sehr hoch ist. Europas Bestreben, Lebensmittel zunehmend umweltfreundlich und nachhaltig zu produzieren, übt zusätzlichen Druck auf den Kokosmarkt aus, unabhängig davon, ob es sich um Kokosraspel oder -öl handelt. Für 2022 geben die Händler aktuell noch keine Preisindikationen ab, allerdings dürften diese noch einmal deutlich über dem aktuellen Niveau liegen. Für Kokosraspel haben die Preise auf dem europäischen Spotmarkt innerhalb dieses Monats noch einmal merklich angezogen und liegen für Medium, high fat, Ursprung Indonesien bei knapp 2,70 EUR/kg FCA Spanien.

Kokosraspel

Qualität, Ursprung

EUR/kg

Fein, high fat, Indonesien

2,41

Medium, high fat, Indonesien

2,70

FCA Spanien

Düstere Aussichten

Als Antwort auf die Frage, ob baldige Preissenkungen abzusehen sind, können die Experten von T. M. Duché wenig Hoffnung machen. Die Knappheit gewisser Speiseöle ist Fakt und nicht auf die Schnelle zu beheben und auch der durch Covid verursachte Arbeitskräftemangel wird noch längere Zeit für Unannehmlichkeiten sorgen. Dazu kommt die aktuelle Taifun-Saison, bei der immer schwer abzuschätzen ist, welche Schäden an den Kokospalmen entstehen werden. Die Aussichten für Käufer könnten also besser sein.

Für mehr Informationen gehen Sie zu:
Preischart für Kokosraspel aus Sri Lanka
Preischart für Kokosraspel aus Indonesien
Preischart für Kokosraspel aus den Philippinen 
- Preischart für Kokosöl aus Indonesien
weitere Preischarts

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Trockenfrüchte
20.05.2022
SCHIRAS. Irans Dattelpalmenhaine erstrecken sich über eine Fläche von 240.000 ha, womit das Land nach Algerien und Saudi-Arabien den dritten Platz einnimmt. Bei der Produktion von Tafeldatteln liegt das Land jedoch weit hinter dem führenden Produzenten Saudi-Arabien zurück.
Nüsse
19.05.2022
ORDU. Wirtschaftswissenschaftler sind der Ansicht, dass die Türkei eine beispiellose Wirtschaftskrise epischen Ausmaßes erlebt. Haselnusslieferanten berichten, dass die Inflation viel schlimmer ist, als die offiziellen Zahlen vermuten lassen. Die auf dem International Nut and Dried Fruit Congress veröffentlichten Produktionsschätzungen zeigen einige überraschende Entwicklungen.
Nüsse
18.05.2022
SACRAMENTO/DUBAI. Ein merklicher Produktionsanstieg in China sorgt dafür, dass die weltweite Walnussproduktion gegenüber dem Vorjahr rund 17% höher ausfallen soll. Aber auch in anderen Hauptanbauländern wird ein Ertragsplus erwartet. Derweil fielen die US-Exporte im April erneut für diese Saison überdurchschnittlich gut aus.
Nüsse
18.05.2022
HANOI. Die EU ist nach den USA der zweitwichtigste Exportmarkt für vietnamesische Cashewnüsse. Das Handelsabkommen EVFTA hat dabei im letzten Jahr deutlich zu einer Steigerung der Exporte in EU-Märkte beigetragen.