Kaffee: Talfahrt an den Börsen

12. September 2018 um 09:40 , Der AUDITOR
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LONDON. Im August notierten die Börsenpreise für Kaffee 20,1% unter dem Vorjahreswert. Die International Coffee Organization (ICO) analysiert im aktuellen August-Bericht die Gründe. Auch in September geht die Talfahrt an den Börsen weiter. Letzte Woche erreichten die Arabica-Notierungen in New York ein 12-Jahrestief, von dem sie sich auch in dieser Woche, nachdem der brasilianische Real kurzfristig gestiegen war, noch immer nicht erholt haben.

 

Rekordernten treiben Kaffee-Notierungen in den Keller

Die Kaffee-Notierungen tendieren seit November 2016 nach unten. Eine weitaus längere Phase, in der die Kaffee-Notierungen nach unten tendierten, ereignete sich in 1999-2004. Wobei, hier die Notierung deutlich tiefer lagen. Die Gründe für den aktuellen Preisrückgang sind in erster Linie marktbedingt.

In der Saison 2017/18 ist die weltweite Kaffeebohnenproduktion, laut den aktuellen ICO-Schätzungen, auf 9,51 Mio. mt gesunken. In vielen Ursprüngen in der neuen Saison mit Rekordernten zu rechnen. In Ländern, dessen Erntejahr im April-März liegt, soll die Produktion in der Saison 2018/19 um 14,2% auf 4,7 Mio. mt steigen. In diesen Ländern wurde bereits im April geerntet und die Ware wird aktuell im Weltmarkt verkauft.

ICO rechnet mit Produktionsrückgang

So auch in Brasilien. Die Produktion soll dieses Jahr größer ausfallen. Der Werteverlust des brasilianischen Reals kurbelt die Exporte an. Sie haben seit Mai, als ein Trucker-Streik das Land lahmlegte, wieder aufgeholt. Vietnam hat in Sachen Exporte das Rekordergebnis vom Juli 2014 nur knapp verpasst. Das Land hat in der Saison 2017/18 seine Produktion um 15,5% auf 1,77 Mio. mt gesteigert. Äthiopien hat einen absoluten Produktionsrekord von 459.000 mt hingelegt, ein Zuwachs von 4,8% gegenüber dem Vorjahr.

In Kolumbien hat die Produktion 2017/18 dagegen um 4,7% auf 766,200 mt nachgelassen. Auch in Indonesien hat Regen zu einem Produktionsrückgang in 2017/18 von 5,1% auf 654.000 mt geführt. Obwohl Honduras 12% (2017/18: 501.000 mt) mehr Kaffeebohnen produziert hat, haben das schlechte Wetter und der Mangel an Arbeitskräften für einen Rückgang bei den Exporten gesorgt.

Kaffeebohnenproduktion in mt

Ursprung

2016/17

2017/18

Diff.

Afrika

1.004.880

1.057.740

+5,3%

Asien und Ozeanien

2.694.000

2.906.340

+7,9%

Mexiko und Zentralamerika

1.229.100

1.315.440

+7,0%

Südamerika

4.614.120

4.234.140

-8,2%

Welt

9.542.100

9.513.660

-0,3%

Quelle: ICO

 

Der Kaffeebohnenkonsum hat seit 1990/91 jährlich im Schnitt um 2% zugelegt und wird für die Saison 2017/18 aktuell auf 9,73 Mio. mt geschätzt. Hohe Wachstumsraten werden vor allem in Südamerika, wobei hier der antreibe Faktor Brasilien ist, sowie in Asien und Ozeanien verzeichnet. Europa ist und bleibt der weltgrößte Kaffeebohnenkonsument. Anders als in der Saison 2016/17 werden in der laufenden Saison voraussichtlich mehr Kaffeebohnen konsumiert als produziert werden.

Kaffeebohnenverbrauch in mt

Region

2016/17

2017/18

Diff.

Europa

3.124.200

3.139.320

+0,5%

Asien und Ozeanien

2.084.700

2.148.000

+3,0%

Nordamerika

1.773.840

1.820.640

+2,6%

Südamerika

1.567.140

1.618.440

+3,3%

Afrika

670.440

681.360

+1,6%

Mexiko und Zentralamerika

313.800

319.140

+1,7%

Welt

9.534.060

9.727.960

+2,0%

Quelle: ICO

 

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