Trockenfrüchte

Getrocknete Aprikosen: Große Unsicherheiten im Markt

9. Juni 2020 10:20, Der AUDITOR
Bericht als Audio abspielen

MALATYA. In Teilen der Türkei haben die Aprikosenbauern mit der Ernte für den Frischverzehr begonnen, die Trockenfruchtproduktion startet in den kommenden Wochen. Über die Produktionsmenge ist man sich weiter uneinig.

Wie groß wird die Ernte?

In den nächsten sieben bis zehn Tagen beginnen die türkischen Aprikosenbauern in Malatya mit der Trockenfruchtproduktion. Unter normalen Umständen laufen die Arbeiten dann bis Ende August. Noch fehlt es im Markt an offiziellen Produktionsschätzungen und bisher waren Marktteilnehmer von einer großzügigen Spanne von 80.000-120.000 mt ausgegangen. Doch eine Differenz von 40.000 mt kann schnell den Unterschied zwischen steigenden und fallenden Preisen ausmachen. Jüngst waren sogar Prognosen von 70.000-80.000 mt im Gespräch. Von einem klaren Bild, was die kommende Saison einbringen wird, ist der Markt also weit entfernt. Einig scheinen sich Marktteilnehmer lediglich über die gute Qualität der Trockenfrüchte zu sein. Vorausgesetzt, übermäßige Regenschauer bleiben aus, welche die Trockenzeit verlängern könnten. Zudem sei aufgrund der geringeren Zahl der Fruchtansätze mit einem hohen Anteil an großen Früchten zu rechnen, heißt es. 

Wechselkurs bereitet Probleme

Unsicherheit bringt für die Marktteilnehmer auch die türkische Währung, die in den letzten Monaten mit starken Schwankungen aufwartete. „Der Wechselkurs bereitet uns große Schwierigkeiten. Wenn man den Preis desselben Produkts innerhalb eines Monats um 400 USD/mt erhöht oder senkt, entsteht eine sehr schreckliche Situation“, so ein Marktteilnehmer. Aktuell haben Exporteure ihre Preise wieder etwas angehoben. 

Getrocknete Aprikosen, Türkei

Größe

USD/mt

EUR/mt

Nr. 2

3.250

2.879

Nr. 4

2.950

2.613

Nr. 6

2.800

2.480

Nr. 8

2.400

2.126

FOB Mersin, 2.000 ppm

Keine Überhänge erwartet

Seit Saisonbeginn wurden insgesamt 88.374 mt getrocknete Aprikosen und Trockenaprikosenprodukte aus der Türkei exportiert, ein Rückgang um knapp 3.000 mt gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Hinzu kommen etwa 10.000 mt, die im Inland konsumiert wurden. Bis Saisonende könnten die Exporte auf 100.000 mt steigen, weshalb Marktteilnehmer nicht mit nennenswerten Überhängen rechnen. In der vergangenen Woche wurden 1.028 mt ins Ausland geliefert, mehr als das doppelte gegenüber der gleichen Woche des letzten Jahres. Dies ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass die Ramadanfeierlichkeiten 2019 in eben dieser Kalenderwoche stattfanden. 

Export getrocknete Aprikosen in mt

Sorte

2019/20

2018/19

Ganz

75.449

75.340

Industrieware

6.996

9.639

Gehackt

5.929

6.261

Gesamt

88.374

91.240

seit Saisonbeginn

Für mehr Informationen gehen Sie zu:
Preischart für Aprikosen, getrocknet, geschwefelt, Nr. 2
Preischart für Aprikosen, getrocknet, geschwefelt, Nr. 4
Preischart für Aprikosen, getrocknet, gehackt, 5 x 8 mm
weitere Preischarts

Angehängte Dateien

Dateisymbol
Preischart Aprikosen, getrocknet, Nr. 2
Dateisymbol
Preischart Aprikosen, getrocknet, Nr. 4

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

zur Nachrichten-Übersicht
Trockenfrüchte
25.11.2021
TEHERAN. Die iranischen Exporteure beobachten mit Argusaugen mögliche Gesetzesänderungen, die die Ausfuhr von Agrarprodukten erheblich erschweren oder sogar komplett unterbinden könnten. Bereits 2018 hatten sie mit derartigen Problemen zu kämpfen.
Trockenfrüchte
24.11.2021
TEHERAN. Eine hohe Nachfrage, die auf geringe Bestände trifft, lässt die Berberitzenpreise im Iran um mehr als 15% steigen. Die Farmer haben sich für einen frühen Erntebeginn entschieden, da anstehender Frost ihnen Sorgen bereitet.
Trockenfrüchte
23.11.2021
AYDIN/REUS. Nach aktuellen INC-Schätzungen verzeichnet die Türkei in der aktuellen Saison einen Produktionsrückgang von gut 12% im Vergleich zur Saison 2020/21. Dennoch bleibt das Land der unangefochtene Spitzenreiter in der Trockenfeigenproduktion.
Trockenfrüchte
23.11.2021
MALATYA. Die jüngsten Entscheidungen der türkischen Zentralbank haben sich sowohl auf die Rohwaren- als auch auf die Exportpreise ausgewirkt und wie die aktuellen INC-Daten belegen, ist die Türkei auch in dieser Saison nicht vom Thron der wichtigsten Produktionsländer zu stoßen.